Mittwoch, 6. Februar 2008

Russophobes Fossil auf dem Vormarsch

Mit seinen Siegen über die anderen republikanischen Kandidaten-Kandidaten beim "Super Tuesday", die in Europa mittlerweile ähnlich penibel verfolgt werden, wie in den USA selbst, hat der stockkonservative Arizona-Senator John McCain nun die besten Chancen, der Kandidat der republikanischen Partei fürs Präsidentenamt zu werden und dabei entweder gegen Hillary Clinton oder Barack Obama anzutreten. Bei den Demokraten gibt es da zur Zeit weitaus weniger Klarheit.

Spätestens seit seinem Abschuss im Vietnamkrieg, als er Bombeneinsätze flog und gefangengenommen wurde, war John McCain ein strammer Kommunistenhasser. Sein steifer amerikanischer Patriotismus erinnert bisweilen an kitschige Hollywood-Filme. Auch nach dem Ende des Kalten Krieges hat der Bilderbuch-Neocon sich nicht entspannen können oder wollen. Stets blieb er einer der schärfsten Russland-Kritiker, wahrscheinlich in Erinnerung daran, dass es eine sowjetische Luftabwehr war, die ihn damals vom Himmel holte.

Im ehemaligen KGB-Mitarbeiter Putin fand McCain ein perfektes Haßobjekt. Unermüdlich überzeugt er seitdem die amerikanische Öffentlichkeit, dass Russland gegenüber ein hartes Vorgehen eingeschlagen werden muss und zählt alle möglichen Vorurteile auf, die ein geopolitischer Falke im Demokratie-Schafspelz nur haben kann. McCain fordert seit Langem den Ausschluss Russlands aus der G8 sowie noch größere finanzielle Hilfen für "Demokratiebewegungen" im postsowjetischen Raum, auf Deutsch: Einmischung und Manipulation. Im gleichen Atemzug beschuldigt er Putin unter anderem der Einmischung in die Ukraine-Wahlen 2004 (siehe Video oben), die in Wirklichkeit im Gegensatz zu den amerikanischen finanziellen Strömen via NGOs allenfalls symbolisch war. Rot vor Wut saß er da bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2007 und starrte demonstrativ die Decke an, als Vladimir Putin seine von den meisten Deutschen als zutreffend empfundene berühmte Rede hielt und den USA das Streben nach einer monopolaren Welt vorwarf. Man hätte den Eindruck bekommen können, McCain würde jede Minute mit den Fäusten auf das Rednerpult zustürmen.

Sollte der 72-jährige Dogmatiker, der bei seinen Auftritten auch mal "Bomb, bomb Iran" singt und weitere Kriege ankündigt, tatsächlich das Rennen fürs Präsidentenamt gewinnen, wäre das eine schlechte Nachricht für die Welt. Amerika könnte außenpolitisch endgültig zu einem rücksichtslosen, ideologisch verblendeten Willkürakteur werden, der seine bisherigen politischen und propagandistischen Taktiken bis zum Äußersten ausreizt. Enttäuschend, dass viele US-Bürger anscheinend genau das wollen.

Andererseits meint der russische Politologe Fjodor Lukjanov, McCain würde sich als Präsident einen allzu scharfen Konfrontationskurs mit Russland gar nicht leisten können. Es gebe objektive Umstände, vor allem im Nahen Osten, die die Amerikaner auf die Unterstützung Russlands angewiesen machen. Es sei ein Unterschied, ob man folgenlose Sachen als verantwortungsloser Senator daherredet, oder als Verantwortung tragender Präsident auftritt. Auf McCain warteten andere Probleme, wie die kommende amerikanische Rezession, als dass er genügend Spielraum und Zeit für die Realisierung seiner Russland-Eindämmungs-Träume hätte. Um Amerikas derzeitige innen- und außenpolitische Probleme zu meistern, wird der kommende Präsident viel Flexibilität mitbringen müssen. Inwieweit dazu ausgerechnet ein 72-jähriger Kalter Krieger fähig wäre, darf generell bezweifelt werden.

1 Kommentar:

Mike hat gesagt…

Der senile McCain leidet wohl an Alzheimer.

Ich hoffe er wird der nächste Präsident, dann gibt es öfters etwas zum lachen.

Wie zum Beispiel hier :D
http://youtube.com/watch?v=RqJqQ_8v5q4