Sonntag, 6. April 2008

"Feindbild Russland soll den Westen mobilisieren"

Ich möchte einige interessante übersetzte Auszüge aus einem Interview des Portals InoSMI.Ru mit Alexei Puschkow veröffentlichen, dem Professor des MGIMO (Moskauer Staatsuniversität für Internationale Beziehungen), dem Buchautor und Moderator der wöchentlichen politischen Sendung "Postscriptum" im russischen Fernsehen sowie dem Präsidiumsmitglied des Rats für Außen- und Verteidigungspolitik. Das Portal InoSMI.Ru ist bekannt für seine Übersetzungen der westlichen Presse ins Russische; ihm war in diesem Blog bereits der Artikel Monolog der Kulturen gewidmet. InoSMI und Puschkow diskutieren über die Ost-West-Beziehungen, das Image Russlands und die Gebräuche der Medienwelt. (Ein interessantes Webcast mit Alexei Pushkov in Davos 2008 kann man übrigens hier sehen).

Wie frei ist die westliche Presse? Wie haben westliche Journalisten auf Ihren Vorschlag reagiert, sowohl in der Financial Times, als auch in Ihrer Sendung Postscriptum eine Polemik durchzuführen?

Puschkow: Die westlichen Journalisten sind in mancher Beziehung weniger selbstständig, als wir. Und das ist ein Phänomen, das ich wiederholt beobachte. Ich erinnere mich, wie einmal in Deutschland ein Journalist aus einer renommierten deutschen Zeitung mir erzählte, dass er einen Artikel gegen den Kosovo-Krieg publizieren wollte. Man sagte ihm: Entschuldigung, das ist nicht die Linie unserer Redaktion. Als er darauf bestand, sagte man ihm, dass er sich in diesem Fall einen anderen Job suchen müsste. In den Vereinigten Staaten war es für einen normalsterblichen Journalisten oder Analytiker äußerst schwierig, Material gegen die Bombardierungen Jugoslawiens zu veröffentlichen. Das erlaubte sich nur Henry Kissinger. Aber dafür muss eben ein Henry Kissinger sein.

Ich denke, dass bei uns das Diskussionsspektrum bezüglich der Politik deutlich breiter ist, als in Amerika. Den Irakkrieg fing man dort beispielsweise erst dann zu diskutieren an, als die USA begannen, ihn zu verlieren. Davor waren jedoch so gut wie alle für den Krieg. Und die, die heute George Bush kritisieren und alle seine Fehler aufzählen - das sind Ratten, die das sinkende Schiff verlassen. Bush ist zumindest ein Kapitän, der mit dem Schiff des Irakkriegs versinken wird. Er schreit "Wir werden den Krieg gewinnen". Diese Position ist vielleicht nicht sehr klug, aber zumindest konsequent. In Amerika gab es sehr viele Journalisten, die die Kriegsidee bis zuletzt unterstützten und heute behaupten, dass Bush alles falsch gemacht hat. In Amerika ist alles Wellenbewegungen unterworfen und wir beobachten einen großen Konformismus in der Presse.

Dort gibt es eine eigene Zensur und Selbstzensur. Als ich der Financial Times einen derartigen Tausch vorschlug, wusste ich, wovon ich rede. Aber für den Koluminsten Quentin Peel war das ein echtes Problem. Ich kann mit ihm ein seriöses Interview machen und es in meiner Sendung ausstrahlen. Er muss dagegen seinen Hauptredakteur überzeugen, dass solch ein Dialog mit einem bekannten russischen TV-Moderator und Politologen notwendig ist. Wie der Hauptredakteur reagiert würde, ist unklar. Deswegen beschränkte sich Peels Anwort bei der Diskussion bei RIA Novosti auf abstraktes "Alexei, wir wären froh, Sie in London zu sehen".

Letzte Woche war ich in London und traf mich mit Quentin Peel. Wir hatten eine gute Diskussion und das Interview, das ich mit ihm machte, wird nächste Woche in meiner Sendung ausgestrahlt. Doch ein Gegenvorschlag, auf Seiten der Financial Times aufzutreten, kam nicht. Warum? Weil in der Financial Times eine redaktionelle Linie existiert, dass der Löwenanteil des Materials über Russland einen scharf kritischen Charakter haben muss. Das ist die Antwort auf Ihre Frage.

Womit ist die Verstärkung der negativen Beziehung zu Russland verbunden?

Puschkow: Die negative Beziehung geht auf die Tätigkeit der westlichen Propagandamaschine zurück. Als Professor der Moskauer Universität für Internationale Beziehungen komme ich oft dazu, vor westlichen Auditorien aufzutreten. Und ich kann Ihnen sagen, dass sich die Beziehung zu Russland sofort verändert, sobald man auf reale Menschen trifft und nicht auf professionelle Propagandisten und Politiker. Russland wird ganz anders wahrgenommen, nämlich als ein wichtiger Staat, mit dem man kooperieren muss, das natürlich seine Schwächen hat und keine vollendete Demokratie ist, aber bestimmt nicht all jene Todsünden begeht, die ihm die westliche Propagandamaschine zuschreibt.

Und dieser Abstand zur offiziell verbeiteten Meinung ist enorm. Ich glaube, dass wir mehr mit der öffentlichen Meinung des Westens arbeiten müssen. Wir müssen unsere Energie weniger darauf verwenden, professionelle Politiker und "Ritter des Kalten Krieges" zu überzeugen, deren Karrieren auf anti-russischen Positionen aufgebaut sind. Sie zu überzeugen ist sinnlos und bedeutet Verschwendung der Kraft und der Mittel. Viel gerechtfertigter ist die Arbeit mit der Zivilgesellschaft, mit westlichen NGOs und Parteien, kurz gesagt mit der Öffentlichkeit, die zu einem nüchternen Blick auf Russland bereit ist. Allein in diesem Jahr hatte ich Auftritte in Dänemark, Großbritannien, der Schweiz und Tschechien. Aus der Kommunikation mit den Menschen habe ich diese Einstellung gewonnen.

Edward Lucas, der Koluminst der einflussreichen Zeitschrift The Economist, charakterisierte die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen als einen neuen Kalten Krieg. Sind Sie mit dieser Meinung einverstanden?

Puschkow: In Wirklichkeit gibt es keinen Kalten Krieg. Dies ist im Wesentlichen eine Erfindung jener westlicher Politiker, die äußerst anti-russische Positionen vertreten und nicht die Veränderungen sehen wollen, die seit der Auflösung der Sowjetunion geschehen sind. Sie brauchen einen Kalten Krieg, um die Arbeit ihres Rüstungskomplexes ideologisch zu nähren, sie machen Karriere durch die Wiederbelebung des Geistes des Kalten Krieges. Dazu gehören auch manche britische Journalisten, die Bücher veröffentlichen, in denen Russland beinahe mit Hitlerdeutschland verglichen und sonstiger Unsinn erzählt wird, der mit großem Vergnügen von einem Teil der westlichen Öffentlichkeit verschlungen wird, die sich ohne einen Feind langweilt.

Schauen Sie: in den Neunziger Jahren hatte selbst James Bond niemanden zum Bekämpfen! Als der Feind noch die Russen waren, gab es zumindest noch einen würdigen Gegner. Seitdem kamen irgendwelche manischen Weltzerstörer, irgendwelches Nordkorea - das ist alles unseriös. Es gibt eine Nachfrage nach dem Feindbild Russland, das den Westen mobilisieren und einigen soll.

Diese Einheit steht nämlich unter großem Fragezeichen. Als der Irakkrieg begann, zerfiel sie. Die Hälfte der Nato hat die USA nicht unterstützt. Das russische Feindbild ist heute ein sehr bequemer Faktor für die Wiedervereinigung des Westens unter dem Schirm der USA und für deren fortgesetzte Präsenz in Europa. Der Schatten eines bedrohlichen Russlands ist sehr karrierefördernd und wird noch lange gebraucht werden. Vor kurzem bei Debatten in London ist einer von solcher "Nachtigallen des Kalten Krieges" schon vor dem Ende des Diskussion losgestürmt, um seine Bücher zu signieren. Er hatte Angst, dass die Menschen auseinandergehen, ohne dass er ihre Bücher unterschreibt. Es war ihm sehr wichtig, auf der Welle der kritischen Beziehung zu Russland maximal Punkte zu sammeln. Das heißt, das ist ein Spiel, das Menschen vollkommen bewußt führen, ihren Erfolg darauf aufbauen, sich Geld und einen Namen machen. In diesem Kontext ist der Kalte Krieg eine absurde virtuelle Realität, die zweifellos existiert, aber eben als etwas Erfundenes.

- Edward Lucas nennt westliche Politiker und Geschäftsleute, die mit Russland zusammenarbeiten, "Speichellecker des Kremls"...

Puschkow: Dieser Mann erzählt in letzter Zeit so viel Unsinn, dass es kaum wert ist, darüber zu diskutieren. Lucas arbeitet weiterhin in der Dimension des Kalten Krieges. Und je schärfer seine Töne sind, desto gefragter ist er. Seine Äußerungen haben keinen analytischen und politologischen Wert, dafür sind für manche Kreise im Westen seine propagandistischen Übungen sehr wertvoll. Doch die westliche Geschäftswelt, darunter auch die britische, orientiert sich bestimmt nicht an Leuten wie Lucas.

Hat das Image Russlands in der Welt in den letzten Jahren mehr gelitten oder profitiert?

Puschkow: Wir neigen immer dazu, das Image Russland aus der Perspektive des Westens zu betrachten. Ich halte das für einen großen Irrtum. Wir sollten nicht die ganze Welt mit dem Westen gleichsetzen. Der Westen zwingt allen diese Sicht auf, wenn von der Meinung der Weltöffentlichkeit die Rede ist. Wenn im Westen das Wort Weltöffentlichkeit fällt, meint man damit die 25 Nato-Staaten oder die 27 EU-Staaten. Aber das ist lachhaft. Es gibt keine solche Weltöffentlichkeit, die sich auf 27 Staaten beschränkt. Es gibt eine Weltöffentlichkeit, die sich aus über 200 Staaten zusammensetzt. Wenn wir auf das Bild Russland im Westen schauen, so gibt es dort in der Tat besorgniserregende Tendenzen. Dies liegt daran, dass manche daran interessiert sind, Russland ein Schuldkomplex aufzubürden, um es ihren Interessen unterzuordnen, in eine schwierige Lage zu bringen und es zu nötigen, westliche bzw. amerikanische Bedingungen zu akzeptieren.

Wenn wir jedoch auf die Beziehung zu Russland in anderen Teilen der Welt schauen, werden wir feststellen, dass sie dort weitaus positiver ist. China, Indien, Brasilien, Mexiko, die absolute Mehrheit der Erdenbürger schätzt Russland als einen positiven Faktor ein. Diese Beobachtung machte ich während meiner jahrelangen Tätigkeit und weiß es aus meiner Erfahrung als Politologe.

Kommentare:

Harald hat gesagt…

Ein sehr gute Artikel! Vielen Dank hierfür!

Puschkow hat 100%ig Recht! Schaut man sich nicht die Zeitungsartikel, sondern die Meinungsumfragen bezüglich Russlands an, so stellt man fest, dass es eine eklatante Differenz zwischen Medienmeinung und Meinung des Volkes gibt. (z.B. über 75% Zustimmung für Putins Standpunkt, den er in seiner Münchener Rede vertrat) Woher diese rührt, ist mir völlig schleierhaft. Auf jeden Fall steckt systematisches Vorgehen dahinter.

rossijskajafederazija hat gesagt…

Auch ich kann hier nur zustimmen.

Was Edward Lucas betrifft, nun, ich lese gerade sein Buch. Spannend ist, dass er in der Einleitung ausführlich erklärt warum man "das gegenwärtige Verhältnis Russlands zum Westen" eigentlich nicht als "Neuen Kalten Krieg" bezeichnen könne.

Im ersten Kapitel drischt er aber schon kräftig drauf ... alles "neuer kalter Krieg".

Von jemandem der, laut Klappentext des Buches, ein so eloquenter, polyglotter und gebildeter Mensch ist, sollte man anderes erwarten dürfen.

Puschkow hat diesbezüglich vollkommen recht, je lauter jemand über Russland schimpft, desto häufiger wird er zitiert und gepriesen. Und desto besser verkauft sich ein (sein) Buch.

Ich finde auch spannend wie häufig Lucas den Begriff "selbsternannter Russlandexperte" anwendet, natürlich nur auf diejenigen die seiner Expertise nicht zustimmen.

helga hat gesagt…

Vor den Leistungen Putins und seines Landes habe ich Hochachtung.Es gibt bei unseren Verlagen und Journalisten selten gute und ehrliche Beiträge zu dieser mit uns doch lange befreundeten Sowjetunion. Eine Ausnahme ist das Buch von Frau Krone Schmalz: Was passiert in Rußland.
Ich ärgere mich oft über die einseitig oft negativen Meinungen
unsere Politiker und der Medien hier zu dem großen Land, weil sie anmaßend sind und außerdem ausblenden, daß von diesem großen Land kein Angriffskrieg gegen andere Völker geführt wird.
Ich bin überzeugt, daß mit NGOs und anderen "Menschenrechtsorgani-ionen" versucht wird, dieses Land zu spalten. Das sind die modernen Methoden des Westens, den Osten für sich zu erobern.
Sagen Sie es bitte allen weiter, daß es so ist.
Die norwegische Politikerin Matlary hat ein Buch geschrieben VERUNTREUTE MENSCHRECHTE.
Danke für dieseen guten Beitrag

rossijskajafederazija hat gesagt…

Bitte einmal hier und hier lesen.

Nett finde ich besonders den Satz ...

"Solche Diskussion kenne ich. Sie endet oft mit Erbsenzählen: Wer hat im Zweiten Weltkrieg mehr Frauen vergewaltigt? Die Deutschen oder die Russen?"

... im ersten Link.

Ich glaube, ich werde auch etwas dazu schreiben.

Urli hat gesagt…

siehe neuen link:

http://www.n-tv.de/Adolf_Hitlers_Geburtstag_Russland_fuerchtet_NaziGewalt/140420081113/948607.html

Alein 60.000 Russische Faschisten gibt es. In der BRD sind es meines Wissens 48.000.

der unbequeme hat gesagt…

Gemessen an der Gesamtbevölkerung ist der Rechtsradikalismus in Russland also weniger verbreitet als in Deutschland?

Anonym hat gesagt…

@Urli:

48.000 Faschisten in der deutschen Bevölkerung? Wie sind dann die teilw. 2 stelligen Ergebnisse der rechten Parteien (NPD,DVU) bei den Landtags- und Kommunalwahlen zu erklären? Wie kommt es, dass ein(!) Album der ultrarechten Musik-Gruppe "Landser" 85.000 Mal in Deutschland verkauft wurde? Fanden die deutschen Nazis die Gruppe so geil, dass sie das Album immer doppelt gekauft haben?

Wie es auch ist: Es gibt dreckige Faschisten und hohle Nazis sowohl in Russland als auch in Deutschland. Jedoch scheitert Ihr Vergleich des Ausmaßes an den absoluten und relativen Zahlen der Wirklichkeit.

urli hat gesagt…

48.000 erfasste Neonazis/Skinheads (Polizeilich).

Die 60.000 Russichen Nazis werden das selbe Kriterium erfüllen.

So einen großen Unterschied sehe ich ehrlich gesagt nicht zwischen den Zahlenverhältnissen, wie Unbequem suggerieren möchte.

Ich muss noch mal recherchieren wieviel Menschen letztes Jahr in Russland wegen ihrer ausländischen Herkunft ermordet wurden und wieviel in Deutschland.

Gruß, melde mich später

Andreas hat gesagt…

Es gibt nicht "den Westen", der sich einheitlich und geschlossen gegen Russland wendet. So etwas ist eher eine von Ihnen erwünschte Legende.
Zum Beispiel traten die Deutschen und die Russländer gemeinsam gegen den Irak-Krieg auf. Entsprechend reagierten die deutschen Medien. Oder - jüngere Vergangenheit - Tagung der NATO-Staaten in Bukarest. Die deutsch-französische Position gegenüber der Ukraine und Georgien berücksichtigte sehr wohl die Position Russlands in dieser Frage und fand auch entsprechendes Echo in den Medien.
Natürlich gibt es im Westen auch sehr viel Mist über Russland zu lesen, das ist genauso wie die unterschiedliche Qualität der Kommentare, die zu Ihrem Artikel geschrieben sind.Was aber definitiv nicht zutrifft, ist das von Ihnen forcierte Bild von einem Westen, der sich nur deshalb vereinigt, um Russland zu schaden. Entsprechend fehlerhaft das Bild vom gleichgeschalteten westlichen Propagandaapparat.

Anonym hat gesagt…

Werter Unbequemer!

Danke für dieses Interview und den Spiegel, den uns ein russischer Medienexperte vorhält.

Die Penetranz, mit der fanatische Besserwessis die Verlogenheit der "Westliche Wertegemeinschaft" leugnen, ist schon atemberaubend. Kritikern und Opfern des US-Imperialismus, wie mir, tut es gut, wenn Rußlands Elite selbstbewußter wird und sich nicht mehr soviel gefallen läßt.

Den wahren Zweck der NATO soll mal ein westlicher Diplomat wie folgt beschrieben haben: "Die USA drinnen (in Europa) halten, Rußland draußen und Deutschland unten."

Ein völlig zutreffendes Bild über die geistige Verfaßtheit der brd-"Elite" hat heute Michael Winkler in seiner Glosse zum Thema "Zivilcourage" gezeichet. So daß ich mir viele eigene Worte sparen kann:
http://www.michaelwinkler.de/Pranger/Pranger.html

Ich gebe zu, ich wünsche mir eher ein "USA draußen, Rußland drinnen und ein DEUTSCHLAND statt brd".

Beste Wünsche an alle Freunde
einer deutsch-russischen Verständigung!
ak_isb@hotpop.com

Andreas hat gesagt…

Sehr geehrter Unbequemer,
bitte lesen Sie das angegebene Link in dem Kommentar, der mit "ak_isb@hotpop.com" unterzeichnet ist.
(http://www.michaelwinkler.de/Pranger/Pranger.html)
Dort schreibt ein deutscher Nazi. Und einer, der diesen Quatsch so gut findet, dass er sich "viele eigene Worte sparen kann" richtet beste Wünsche an eine deutsch-russische Verständigung.
Ist es das, was Sie wollen?
Ich kann es nicht glauben.
Freundliche Grüße
Andreas Solf

der unbequeme hat gesagt…

@ Andreas

als Gerhard Schröder die deutsche Teilnahme am Irakkrieg ablehnte, bekam er auch viel Beifall aus der rechte Ecke. Darauf angesprochen, sagte er: "Dass man Zustimmung unter anderem von der falschen Seite erhält, kann mich nicht davon abhalten, das Richtige zu tun."

In diesem Sinne finde ich Ihre ironische Frage "Ist es das, was Sie wollen?" so ziemlich daneben. Sie machen mich ständig auf irgendwelche Denkfehler aufmerksam und begehen dabei selbst so grobe Verallgemeinerungen. Natürlich will ich keine Zustimmung aus der rechten Ecke. Was ich will, ist die Falschheit der Russland-Wahrnehmung und die unfairen Tricks der Berichterstattung aufzuzeigen. Sie wollen quasi diesen zufälligen Eintrag ausnutzen, um meine Intention zu diskreditieren. Das ist so ziemlich Foul Play.

Andreas hat gesagt…

Es sind zwei verschiedene Sachverhalte. In zwei verschiedenen Kommentaren. Zum einen kann ich Ihr Bild von der homogenen antirussischen Propaganda deutscher Medien nicht entdecken. (Wobei ich gern zugebe, dass über Russland, mehr noch über die Ukraine, viel Mist zu lesen ist. Oder besser: Es gibt selten gute Artikel.)
Zum anderen - unabhängig davon - wundere ich mich darüber, dass Sie Kommentare, die offenbar unter Alkohol oder Drogen entstanden sind, bzw. von Leuten geschrieben, die Ihr eigentliches Anliegen nicht entdecken können, nicht entfernen. "Ist es das, was Sie wollen?" bezieht sich auf eine Diskussion, die solchen stehengelassenen Kommentaren immer und immer wieder automatisch folgt. Sie ist eher staunend als ironisch gestellt.

der unbequeme hat gesagt…

@ Andreas

ich denke, es gibt in der journalistischen Welt Deutschlands eine Tendenz zur qualitativen Verschlechterung und des voneinander Abschreibens. Immer weniger Menschen lesen Zeitungen, weshalb immer weniger eigene Korrespondenten und Autoren eingesetzt werden. Am Ende braucht nur einer zu pupsen und alle schreiben von ihm ab, weil es kostengünstiger ist, als eigene Recherchen durchzuführen. Das betrifft auch das Internet.

Es gibt vielleicht keine homogene Front (alle für einen), aber eine sehr verbreitete Redaktionspolitik, die heißt, dass über Russland überwiegend kritische Beiträge veröffentlicht werden sollten. In der Praxis läuft es also fast auf das Selbe hinaus.

Ich bin kein Zensor und lösche grundsätzlich keine Beiträge, es sei denn, es ist Vandalismus oder Spam. Wenn jemand auf bestimmte Beiträge reagiert und sich daraus eine Diskussion entwickelt, dann ist es eben der natürliche Lauf der Dinge. Natürlich wünschte ich mir, es würden sich eher seriöse Diskussionen ergeben.

Andreas hat gesagt…

es ist gut, dass wir uns ausgeprochen habe.

obwohl - kleine fussnote - bei einem nazi-kommentar hätte ich nun wiederum bedenken.

Rainer hat gesagt…

Ich finde auch gut das Russland endlich wieder zu alter Größe erwacht, und das Unbequem diesen ganzen Medienkomplott aufdeckt. Das erstreckt sich wahrlich nicht nur auf Russland sondern gänzlich gegen alles nationale.

Zusammen kann Deutschland und das Russische Reich vieles erreichen. Wenn Russland erstmal seine Grenzen wieder nach Westen gechoben hat, sehe ich keinen grund gegen ein weiteres Zusammengehen bei der anstehenden Polenfrage.

Gruß und weiter so! Ihr werdet gebraucht.