Freitag, 31. Dezember 2010

"Gelesen hab' ich's nicht, doch dagegen bin ich schon"

Das Urteil gegen Michail Chodorkowski hat in den westlichen Medien einen neuen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Überall wird Russland Willkürjustiz und ein großer Imageschaden in Sachen Rechtstaatlichkeit bescheinigt. Dabei demonstriert der Umgang mit diesem Thema auf eine anschauliche Weise das verfaulte und verantwortungslose Wesen der freiwillig gleichgeschalteten westlichen Journaille.

Trotz weitgehender Recherche konnte ich bislang keinen Artikel oder Bericht finden, der sich ernsthaft mit der Anklageschrift und der Urteilsbegründung auseinandersetzt. Die Berichterstattung konzentriert sich von den ersten Zeilen an auf abstrakte Verurteilungen der russischen Zustände und Mutmaßungen über politische Motive hinter der Gerichtsentscheidung. Eine derartige Vorgehensweise ist natürlich viel leichter und zweckmäßiger, als eine ernsthafte Untersuchung der öffentlich zugänglichen Anschuldigungen gegen Chodorkowski. Von einem solchen professionellen bzw. aufwändigen Niveau hat sich der westliche Journalismus schon lange abgewendet, da der Zweck nicht die Wahrheitsfindung, sondern Propaganda ist. Für einen Blick auf die 800-seitige Urteilsbegründung ist der Westen einerseits zu bequem, andererseits zu erhaben - er weiß ja ohne zu lesen, dass sie eine Farce ist. Tief im Inneren spielt aber wahrscheinlich doch Angst vor einer Blamage mit, denn niemand würde wohl seine Hand dafür ins Feuer legen, dass am ehemaligen Oligarch Chodorkowski nichts Schmutziges hängt und die Anklageschrift keine Wahrheiten beinhaltet.

Doch aus westlicher Sicht braucht niemand so weit denken. Die abstrahierte Handhabung des Falls ist ein wunderbarer Ansatzpunkt für eine neue Runde der Anti-Russland-Propaganda und die unkritische Bevölkerung, die vieles isst, was ihr serviert wird, macht es den Medien auch nicht gerade schwer.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Vielen Dank, Herr Unbequemer. Ihr neuster Artikel ist wieder mal gelungen! Wir lesen gerne in Ihrem Blog, gibt es uns doch für kurze Zeit Entspannung und wieder mal etwas zum lachen. Es ist immer wieder erbaulich, wenn in Ihrem Blog die sogenannte Anti-Russische Propaganda der westlichen Medien aufgezeigt wird, und im selben Beitrag dann solche Ausagen von Ihnen zu finden sind:
Zitat "derUnbequeme: "Dabei demonstriert der Umgang mit diesem Thema auf eine anschauliche Weise das verfaulte und verantwortungslose Wesen der freiwillig gleichgeschalteten westlichen Journaille."
Mit solchen Äusserungen tragen sie nicht gerade mit Faktenfindung in Ihrem blog bei. Aber sie als Russlandexperte können ja sicher noch zu diesem Thema beitragen, denn trotz intensivster Recherchen war es uns nicht möglich an die 800 seitige Anklageschrift ranzukommen. Die Anklageschrift die der Richter in einem irrsinnstempo "runtergenuschelt" hat war selbst für russische Muttersprachler schwer zu verstehen.
Denn sie schreiben:
Zitat "derUnbequeme:"Tief im Inneren spielt aber wahrscheinlich doch Angst vor einer Blamage mit, denn niemand würde wohl seine Hand dafür ins Feuer legen, dass am ehemaligen Oligarch Chodorkowski nichts Schmutziges hängt und die Anklageschrift keine Wahrheiten beinhaltet."
Könnte es da nicht auch sein das tief im innern die Angst vor einer Blamage bei der russischen Justiz mitspielt? Z.B. wie Entlastungszteugen in der Urteilsbegründung bewertet wurden, und warum Auszüge aus früheren Prozessenführungen mit eingeflossen sind.
Ich persönlich denke, sie haben die Anklageschrift auch nicht auf Ihrem Schreibtisch, geschweige denn gelesen, und vor Ort waren sie sicher auch nicht.

Wie dem auch sei, so wäre es schon mal interessant zu wissen, vor allem von Ihnen als Experte warum die sogenanten Oligarchen ins Ausland flüchten oder sich vor der russischen Justiz verantworten müssen, welche Putin und seiner Politik kritisch gegenüberstehen, während z.B ein Roman Abramowitsch frei rumlaufen und bei Putin persönlich ein und ausgehen?

beelzebub2063 hat gesagt…

Na endlich,hab mich schon gewundert wann die kritischen Kommentare auftauchen würden(der BND scheint zu pennen).Ihrem Kommentar Herr/Frau??? Anonym nach zu urteilen sind sie kein Russe(Ukrainer,Weissrusse oder wenigstens Pole)was für mich bedeutet das sie nicht die leiseste Anhung von unserer Mentalität haben.Ich versuch das mal zu erklären.In Russland gab schon immer einen Zaren,ganz gleich wie er/sie genannt wurde es gab immer einen.Nach dem Zerfall des Imperiums sind solche Leute wie Chodorkowskij oder Abramowitsch zur ihrem Reichtum gekommen indem sie die Umstände ausgenutzt haben.Im Klartext heisst das dass sie auf die Kosten ihre Mitmenschen reich wurden.Jeder durschnittliche Russe(wie man in Deutschland sagt Otto-Normal-Verbraucher)würde ihnen sagen das Chodorkowskij(entschuldigung wenn ich den Namen falsch geschrieben habe,deutsch ist nicht meine Muttersprache)schuldig ist allein deswegen weil er so viel Geld hat(hatte???).Und Abramowitsch kann deshalb bei Putin ein und ausgehen weil er für dieses Privileg zahlt.Und die Oligarchen die ihr Geld horten und nichts aber auch gar nichts an die grösste Mafia im Land (das ist in jedem Land die Regierung) abgeben wollen die werden halt zur Regierungskritikern.

Anonym hat gesagt…

Oh, entschuldigen Sie, beelzebub. Ich habe die russische Mentalität ganz vergessen. Das erklärt natürlich alles.
Muß ich mir, als Unwissender, als Argumentation unbedingt merken, daß wenn jemand kritisch ist, hat er einfach keine Ahnung, und sei es nur aufgrund der Unkenntnis gegenüber anderer Mentalitäten.
Nur möchte Sie um eines bitten: Schieben sie bitte die Russen nicht mit den Menschen aus Belarus und der Ukraine, und sei es nur von der Mentalität her, über einen Kamm. Das ist für mich und meine Familienangehörigen schon fast eine Beleidigung.
Eine Frage möchte ich dann schon noch stellen: Warum schreiben sie, und der ganze blog hier, nicht einfach alles auf russisch in kyrillischer Schrift? Dann sind schon mal die, die nicht mal die Sprache lesen, geschweigen denn verstehen können schon mal aussortiert, oder? Es dürfte doch in Ihrem Sinne sein, das Menschen die des russischen nicht mächtig sind, wie sollen die erst das Land, geschweige denn die Mentsalität verstehen?
In diesem Sinne: Незнание - не порок, нежелание знать - большой порок.

der unbequeme hat gesagt…

Asolf, sind Sie's?

1) Die Antwort auf Ihre Frage, warum einige flüchten oder einsitzen müssen, während andere frei rumlaufen, ist einfach. Vor Putin stand zu Beginn seiner Präsidentschaft eine schwierige Aufgabe. Einerseits musste der oligarchischen Manipulation der Politik (á la Berezovskij) Einhalt geboten werden, andererseits durfte die Wirtschaft nicht durch massenhafte Verhaftungen der Business-Elite vor die Hunde gehen. Daher wählte der Pragmatiker Putin einen goldrichtigen Mittelweg, der die Zielerreichung mit geringsten Verlusten brachte: er statuierte ein Exempel an einigen frechsten und dicksten Katern, so dass alle anderen ihre Lektion gelernt haben. Sie sind nun staatstreu und investieren kräftig mit, wenn der Staat etwas vorhat. Das ist im Interesse der Allgemeinheit und unterm Strich sind alle, die mitmachen, zufrieden. Nur einige Auslandsagenten und ihre Strippenzieher konnten sich nicht damit abfinden, aber das ist deren Problem. Wenn Sie Putins Vorgehen als selektiv und autoritär bezeichnen, ist das Ihr Recht. Aber es ist naiv zu glauben, dass es im Westen (jenseits der schönen medialen Scheinkulisse) irgendwie anders abläuft. Diese heuchlerischen Anschuldigungen sind den meisten Russen schnurz. Putin ist ein genialer Realpolitiker und handelt im Interesse seines Landes. Und dass seine Zustimmungsraten nicht echt seien, das wagen nicht mal seine größten Feinde zu behaupten.

2) Die Russen, die Ukrainer und die Weißrussen sind noch mehr ein und das selbe Volk, als Bayern, Sachsen, Preussen und Westfalen. Dafür gibt es handfeste historische, kulturelle, ethnologische, sprachliche und andere Anhaltspunkte. Daran ändert auch die separatistische Hinrwäsche-Stufe Ihrer Familienangehörigen nichts. Die Rus kannte schon viele Perioden der feudalen Zersplitterung und fand doch immer wieder zusammen. Daran wird sich auch diesmal nichts ändern. Der nationalistische Hexensabbath in der Ukraine ist schon wieder (und nachhaltig) vorbei, was nicht anders zu erwarten war.

Viele Grüsse

Der Unbequeme

Anonym hat gesagt…

Unbequemer, sie haben ja Recht! Wir sind alle Opfer einer "seperatistischen Gehirnwäsche" Während die Russen eine freie Medienlandschaft haben, hat der Westen eine "gleichgeschaltete" Medienlandschaft. Kann man immer gut daran erkennen weil im "Westen" immer wieder Journalisten unter Druck geraten oder "Unfälle" haben. Sowas kommt in Russland nicht vor und Kritiker Putins freuen sich bester Gesundheit.
Auch die Geschichte Russland, wenn Sie diese schon ansprechen, zeigt immer wieder auf, das von Tscheschenien, über die Ukraine bis zum Baltikum die Menschen nicht verstanden haben, das die aggresive Expansionspolitik der Russen, eigentlich nur das Beste für sie wollte. Da meint man es gut und diese Völker schreien dann auch noch nach Unabhängigkeit. Eine Frechheit.
Auch der Zerfall der "guten, alten" UdSSR ist sicherlich eine Verschwörung antirussischer Kräfte aus den USA und dem Westen.

Vielleicht sollten Sie sich von Unbequemer in "Erleuchteter" umbenennen. Denn Sie sind die personifizierte Wahrheit von Gegenwart und Geschichte, und jeder der anderer Meinung ist, ist entweder dumm, hat keine Ahnung, oder hat eine mediale Gehirnwäsche hinter sich.

der unbequeme hat gesagt…

Die Medienlandschaften sind in beiden Welten auf Linie getrimmt. Pluralismus ist im Westen kaum zu entdecken, das beste Beispiel ist gerade die Berichterstattung zum Chodorkowski-Fall. Abweichende Meinungen, dass nämlich Chodorkowski ein Gauner ist, während Putin im Sinne Russlands handelt, kann man allerhöchstens in den 90% der Leserkommentare zu den Artikeln finden, jedoch so gut wie nicht in der "die Volksmeinung repräsentierenden" Presse selbst. Aber so viel "Redefreiheit" (reduziert auf Leserkommentare) ist auch in Russland gegeben...

Der Westen hatte viel länger Zeit gehabt, die Manipulations- und Gleichschaltmethoden zu verfeinern, so dass Russland beizeiten in der Tat noch wie ein Anfänger aussieht. Es ändert aber nichts daran, dass nicht genehme Meinungen hier wie da gleichermaßen marginalisiert werden. Die Paar Journalistenmorde in Russland sind ein Zeichen des Übergangs und sind verglichen mit der Jelzin-Ära deutlich weniger geworden. Es ist natürlich hirnrissig zu glauben, dass überall Putin seine Finger im Spiel hat und nicht irgendwelche beleidigten Provinzfürsten oder Geschäftsleute.

Die "aggressive Expansionspolitik" war wiederum ein allgemeines Übel des Kolonialismus-Zeitalters und da haben Sie als Europäer nicht im Mindesten das Recht, mit dem moralischen Zeigefinger aufzutreten. Der Unterschied Russlands zu den klassischen Kolonialismus-Reichen ist jedoch die infrastrukturelle Verbesserung und Aufbau der unterworfenen Rangebiete statt ihrer Ausbeutung und Ausfuhr der wertvollsten Güter. Das Baltikum lebte auch in der Sowjetzeit besser als der Rest der UdSSR. Die ganze Industrie, die es heute besitzt, stammt aus der damaligen Zeit. Tschetschenien wie auch der gesamte Kaukasus und Zentralasien wurden durch Russland aus dem Mittelalter geholt, es wurden Schulen, Krankenhäuser, Bewässerungen, Kraftwerke, Eisenbahnen und Fabriken gebaut. Fahren Sie mal nach Kasachstan und dann mal nach Afghanistan zum Vergleich. So sah es vor der Ankunft der Russen dort aus. Und es ist nicht die Schuld der Russen, wenn einige wenige Völker von Hunderten friedlich mit den Russen lebenden noch nicht ganz ihre konfliktreiche mittelalterliche Mentalität abgelegt haben.

Und was die Ukraine anbetrifft: die Mehrheit der Ukrainer war immer pro-russisch, was man nicht immer von ihrer kranken und verräterischen Elite sagen kann. Die meisten Ukrainer kämpften gegen den Verräter Masepa, hassten den Verräter Wyhowski und kämpften in den Reihen der Roten Armee gegen die nationalistischen Banditen der UPA. Heute sind die normalen Ukrainer ebenfalls aus der postsowjetischen Lethargie erwacht und haben die erbärmlichen Juschtschenko-Nationalisten, die Konflikte mit Russland provozierten, zum auf den Müllhaufen der Geschichte gejagt.

Viele Grüsse

Der Unbequeme

Anonym hat gesagt…

@Unbequemer

Hast Du schon erwähnt, dass Julia Timoshenko vor kurzem zugegeben hat, dass sie jüdischer Abstammung ist...? Welch ein Wunder! Sind ja schließlich lz. Aussagen von ernstzunehmenden Insidern der ukr.Politik über 70% der Parlamentarier im ukr. Parlament jüdischer Abstammung. Die Ukrainer sind offensichtlich zu dämlich, als dass sie ihr Land selbst regieren könnten...

http://www.youtube.com/watch?v=jz09bL0C6K0

Anonym hat gesagt…

Ui, ich dachte immer die russischen Machthaber hätten genug Zeit gehabt Manipulation und Gleichschaltung der Medien während der Sovietära zu verfeinern, Geschichte bewusst zu fälschen und das Volk entweder durch Lügen oder einfch vorsätzlichen Verschweigen von Tatsachen die Welt zu erklären. Holodomor und Hitler-Stalin Pakt waren keine Themen in den SU-Schulen. Das sag nicht ich als Europäer, sondern befreundete Russen die zu SU Zeit, sowie auch nach dem Zerfall dort zur Schule gingen.
Jetzt behaupten Sie"Der Unterschied Russlands zu den klassischen Kolonialismus-Reichen ist jedoch die infrastrukturelle Verbesserung und Aufbau der unterworfenen Rangebiete statt ihrer Ausbeutung und Ausfuhr der wertvollsten Güter."
Das wertvollste Gut der Ukraine war das Getreide das auf deren Böden wuchs. Während des Holodomor exportierte Russland dieses Getreide im Volumen von tausenden Tonnen ins Ausland, um dafür Maschinen und Waffen einzukaufen. Das behaupte wiederum nicht ich, sondern das belegen Exportdokumente aus dieser Zeit.
Inzwischen ärgere ich mich schon über mich selbst, daß ich hier überhaupt einen Kommentar geschrieben hab. Denn wenn ich Ihre Ausführungen lese, wie "kranken und verräterischen Elite ", "nationalistischen Banditen der UPA", "erbärmlichen Juschtschenko-Nationalisten" und "separatistische Hinrwäsche-Stufe" usw., dann denk ich ich hab eine Prawda der 60er Jahre vor mir liegen.
Sie versuchen hier wahrhaft Ereignisse der Gegenwart und Geschichte zu relativieren, indem sie behaupten Russland habe andere Völker gewaltsam unterworfen um Ihnen Frieden und Wohlstand zu bringen und hätte kein Interesse an deren Ressourcen, materiell wie personell!
Ich halt mich hier besser raus, sodaß sich hier die "Russland über alles" und "Putin ist der Beste" Clique gegenseitig beweihräuchern , sich über die bösen Westmedien ausheulen kann und nicht von kritischer Stimme belästigt wird!

der unbequeme hat gesagt…

Gemeint war die Hirnwäsche und Manipulationen der Volksmassen unter sogenannten "demokratischen Bedingungen", wo der Westen gegenüber Russland zweifellos noch die Nase vorn hat.

Es ist zwar richtig, dass ukrainisches (wie auch südrussisches) Getreide zur damaligen international und politisch sehr gespannten Zeit verstärkt exportiert wurde, um eine effektive Industrie aufzubauen. Auch will hier niemand die Verbrechen der Stalinzeit in Schutz nehmen. Man kann dem Ganzen jedoch keine ethnische Dimension beimessen, denn alle Völker litten zum damaligen unter den Repressionen der bolschewistischen Führungsclique gleichermaßen (die übrigens überproportional viele Juden, Kaukasier, Ukrainer Polen und Balten beinhaltete), während auch die Ergebnisse aus der Industrialisierungspolitik nicht nur den Russen, sondern allen Landesteilen zugute kamen. Von einer klassisch europäischen Ausbeutung, in der die Metropolie zu eigenen Gunsten die Kolonien aussaugt, keine Spur. Es war eher ein Versuch der Gleichmacherei des ganzen heterogenen Staates, bei der das leistungsfähigste russische Herzstück ungefähr die heutige Arbeitspferd-Rolle Deutschlands in der EU zukam.

Viele Grüsse

Der Unbequeme

Anonym hat gesagt…

Nochmal "Ui", ich danke Ihnen für ihren zuletzt eingestellten Kommentar. Und ehrlich ganz ohne Ironie. Keine propagandisch, polemischen Floskeln, sondern ihre Sicht der Dinge klar zum Ausdruck gebracht. Mit dem ich zwar nicht 100% Meinung sein muß, aber trotzdem lesenswert ist.
Zweiefellos verfügen sie über ein gutes Hintergrundwissen der Geschichte und das Tagesgeschehen über Russland und die ehem. SU Staaten. Sodaß es zweifelsohne durchaus interessant wäre sich mit Ihnen auszutauschen.

Mit freundlichen Grüßen
"Anna Nym"

beelzebub2063 hat gesagt…

Das ist sehr schlecht das sie sich aus der Diskussion raushalten wollen Herr Anonym(wieso eigentlich Anonym?).Alle meine Beiträge in russischer/ukrainischer/belarusischer Sparche zu verfassen halte ich für unangebracht.Nicht nur ich sondern auch andere Leser dieses Blogs sollten meiner Meinung nach mitlesen und auch mitschreiben können.
Die Mentalität der besagten Völker wollte ich zur keinem Zeitpunkt verallgemeinern,denn die Unterschiede sind auf jeden Fall da.Man sollte aber bedenken das die Russen,Ukrainer,Belarussen seit Jahrtauseneden bei einander leben.In der Zeit sind gewiss mehr Gemeinsamkeiten entstanden als zwischen zB. Dänen und Spanier.
Das mit den Zaren habe ich deswegen angesprochen weil ich der Meinung war das jedem klar sein sollte wer denn zum jetzigen Zeitpunkt der Zar in Russland ist.Ist er Autoritär?
Ja wie jede Führungspersönlichkeit.
Kann er keine Kritik vertragen?
Doch,wenn es bei konstruktiver Kritik bleibt.Wenn aber irgendwelche sensationsgeilen Schundblätter sich über sein Privatleben auslassen so müssen sie sich nicht wundern das der Zar dann etwas ungehalten reagiert.
Und das Sprichwort was sie am Ende ihres Beitrages anführen finde ich ihrer Argumentation nach nicht ganz zutreffend.Ausserdem hätte es ruhig in Deutsch/Englisch/Spanisch/Französisch sein können.So aber entschteht der Eindruck das es ihre Absicht war das nur die russischsprechende Leser es mitbekommen sollten.

Ashino Sushanti hat gesagt…

January 13, 2011
Putting the Bout into Khodorkovsky
By Graham Stack


The Man Who Launched the Hunt for Arms Trader Viktor Bout Also Had Mikhail Khodorkovsky in his Sights

Lee Wolosky had a great end to 2010. The man who in 2000 launched the international hunt for notorious arms trader, “Merchant of Death” Viktor Bout, saw his target finally extradited to stand trial in the United States, on charges of terrorism and arms trafficking. Bout now faces up to 25 years in jail in the United States.

All credit to Wolosky. As described by Douglas Farah and Stephen Braun in their book on the subject, it was Wolosky who first put Bout on the U.S. security radar screen in his capacity as director of the Office of Transnational Threats on the U.S. National Security Council. But even after leaving office in 2001, Wolosky fought to keep Bout’s name in the public consciousness, lambasting his successors for not proceeding vigorously enough against a man U.S. prosecutors are now calling “an accessory to murder on an incomprehensible scale.”

But Bout’s extradition was not all that may have delighted Wolosky in late 2010. One month after Bout was charged, in December 2010, a man whom Wolosky had rated as a considerably greater threat to U.S. security than Viktor Bout, was sentenced in Russia for offences Wolosky had publicly accused him of over ten years previously.

That man’s name is Mikhail Khodorkovsky, the former majority owner and CEO of Yukos, Russia’s largest oil company. Khodorkovsky, who has become an international cause célèbre as a supposed Russian “prisoner of conscience,” was sentenced on December 30 to 14 years in jail on fraud charges. This means he will serve another six years in jail, following the end of a current eight-year sentence he is serving on charges dating from 2004. The verdict has met with widespread international condemnation for selective justice...

http://www.russiaprofile.org/page.php?pageid=Politics&articleid=a1294923228

Stirlitz hat gesagt…

Die westlichen Mittel der Meinungsformung sind softer Natur: Common Sense und Ausgrenzung.

In Russland wissen Journalisten, daß sie bestimmte Dinge nicht schreiben dürfen, sonst kriegen sie erhebliche Probleme. Der Zusammenhang ist ihnen völlig klar: Ich schreibe etwas Kritisches über Putin, ich werde zusammengeschlagen. Dennoch stehen zumindest die Russen, die ich kenne – und das sind durchaus Leute aus dem System – dem Regime wesentlich kritischer gegenüber als meine deutschen Mitbürger ihrem.

Bei den Russen ist der Unterschied zwischen dem, was man offiziell sagt oder schreibt, sehr groß und die Menschen sind sich dieser Diskrepanz bewußt. Man darf nicht gegen Putin und seine Kumpane aufbegehren. Wer sagt „Putin muß weg.“ ist selbst bald weg. Das ist klar. Ansonsten kann man denken und sagen, was man will. Von ganz links bis ganz rechts. Man kann die Weidereinführung der Monarchie fordern, die Sowjetunion zurückwünschen, eine Aufnahme in EU und Nato anstreben - geschenkt.

Bei uns ist es genau umgekehrt. Wer sagt „Merkel muß weg“ braucht sich keine Sorgen um seine Zukunft zu machen. Das ist erlaubt. Aber wehe, man tastet das System an, stellt seine Grundlagen in Frage. Natürlich wird man dann nicht erschossen oder ins Gefängnis geworfen. Aber man kann sich seine Karriere in den Medien oder sonst wo abschminken. Das haben die Menschen verinnerlicht, darum sind auch die private und die öffentlich geäußerte Meinung ziemlich ähnlich. Wir leben im zweitschlechtesten System – vor allen anderen, die noch schlechter sind. Natürlich gibt es immer wieder ärgerliche Vorkommnisse, aber im Großen und Ganzen geht es uns doch gold.

In der Tat, im Westen sind die Methoden der Bereicherung und des Machterhalts der Eliten und die Methoden der Meinungsmache derart perfektioniert und institutionalisiert, daß die Eliten nur selten zu illegalen Mitteln greifen müssen.

Das bedeutet aus meiner Sicht allerdings nicht, daß Putins Gangstermethoden deswegen gleich sympathisch oder legitim wären.