Montag, 5. März 2012

Das frustrierte Stänkern geht in die nächste Phase

Das ZDF mit Marietta Slomka und Peter Frey "wusste" es schon am Vorabend, bevor irgendwelche Wahlbeobachter sich zu Wort gemeldet haben. Jetzt liefert sich die OSZE weiteren Mainstream-Medien das gefundene Freßchen: Die Wahlen waren nicht fair, in jedem dritten (!) Wahllokal soll es Unregelmäßigkeiten gegeben haben.

Wie schon zuvor bei den Parlamentswahlen, hat die OSZE diese monströse Behauptung weder präzisiert noch irgendwie belegt. Vieles bleibt unerklärlich. Zum Beispiel die Frage, wieso sich die Wahlergebnisse letztlich so gut wie kaum sowohl von den Exit-Polls als auch den Wahlprognosen unabhängiger Institute wie des Lewada-Zentrums unterscheiden. Zudem widersprechen sich die OSZE-Vertreter teilweise selbst. Sogar der SPON musste eingestehen, dass deutsche Wahlbeobachter der OSZE "keine Fälle von organisiertem Betrug feststellen konnten". Auch Der Standard schreibt, dass österreichische Europarat-Wahlbeobachter keine Unregelmäßigkeiten sahen. Der Russland-Experte Alexander Rahr sieht keinen Anlaß, von massiven Wahlmanipulationen zu sprechen.

Die OSZE hat sich wie schon in alten Zeiten als ein politisches Werkzeug präsentiert, das Wahlen je nach Interesse der westlichen Auftraggeber für gefälscht oder als nicht gefälscht erklärt. Es ist längst Zeit, dass Russland seine Teilnahme in dieser parteiischen Zirkusorganisation kündigt und sich die nicht gerade kleinen Beiträge für andere Zwecke spart.

Trotz des vom SPON vollmundig angekündigten Volkszorns, gingen am Montag abend ganze 5500 Menschen in Moskau aus Protest auf die Straße. Dennoch ist es bekanntlich nicht üblich, dass jemand für verfehlte Analysen und rufschädigende Desinformation sich auch nur geringfügig verantwortet. Der Propagandakrieg wird trotz der Unmenge an widerlegten Lügen weitergehen, als ob nicht geschehen wäre.

Kleines Beispiel für alltägliche Propaganda: beim Zitieren des Wahlleiters Wladimir Tschurow, der die Wahl "die sauberste in der russischen Geschichte" nannte, strich das ZDF in seiner Sondersendung kurzerhand das Wort "russischen" Weg. Um sich danach über die selbst produzierte "Verrücktheit" des Mannes demonstrativ und ausgiebig zu empören. Wer glaubt, dass es sich bei solchen Sachen um unabsichtliche Fehler handelt, müsste erklären, warum sie ständig nur in eine Richtung tendieren.

Eine wohltuende Ausnahme bildet der Artikel von Gisbert Mrozek bei Russland Aktuell, in dem die Behauptungen der OSZE nicht einfach hingenommen, sondern kritisch hinterfragt werden.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

http://original.antiwar.com/justin/2012/03/06/western-hypocrisy-and-the-russian-election/

Anonym hat gesagt…

http://www.counterpunch.org/2012/03/09/no-apocalypse-yet/

Anonym hat gesagt…

Egal wie sie auch heissen, die Qualitätsmedien, die sind ja wie gekniffen. Es muss wirklich weh tun, wenn an der russischen Grenze Schluss ist. Und die ganzen Rohstoffe hinter der Grenze...
Kopfschüttel

Anonym hat gesagt…

Die "Schneerevolution" ist geschmolzen, die Erwartungen der amerikanischen Hintermänner, haben sich nicht erfüllt.
Kaparow und andere gekaufte russische Volksverräter, welche von den USA aus; andere aus der BRD (Heinrich-Böll-Stiftung) usw. die unverhohlene Einmischung in die russische Gesellschaft betreiben, haben ihre Ziele nicht erreicht.
Kennen die das russische Volk nicht ?
Wladimir Putin hat sich ja im Vorfeld schon geäussert, über die sogenannten NGO.
Ich denke, dass die Gesetzgebung dahingehend geändert werden wird, die solche Diversionen vom "Westen" aus, unterbinden.
Schema "Farbenrevolution", dürfte die letzte gewesen sein. In Syrien ist die letzte im arabischen Raum im Gange, aber Russland und China halten ja dagegen.

Anonym hat gesagt…

http://www.atimes.com/atimes/Central_Asia/NC09Ag01.html