Mittwoch, 28. Mai 2014

Peter, der Blutige

Nach all den Wirren des Euromaidans, der vermeintlich gegen Filz und Korruption gerichtet war, hat die Ukraine einen neuen Oligarchen und Multimilliardär als Präsident - herzlichen Glückwunsch!

Die handzahme OSZE hat die dubiose Wahl erwartungsgemäß abgesegnet, die westlichen Politiker wie etwa Steinmeier preisen den Sieg Poroschenkos als einen "wichtigen Schritt zur Stabilisierung der Ukraine".

Es ist wohl kein Zufall, dass ausgerechnet einen Tag nach dem "überwältigenden Wahlsieg" Poroschenkos die Angriffe der Armee in der Ostukraine drastisch zugenommen haben. Das sollte wohl symbolisch dem entschlossenen Image des Schokoladenkönigs und Medienmagnaten dienlich sein und als Einstimmung auf seine neue Präsidentschaft verstanden werden. Dass durch die Luftangriffe, Artilleriebeschüsse und Scharfschützen im Südosten der Ukraine massenhaft Zivilisten sterben, interessiert in Kiew (wie auch im Westen) kaum jemanden. Man bekommt sogar den Eindruck, die Kiewer Putschistenclique hat die Bevölkerung des Donbass, die mit großer Mehrheit die Eigenständigkeit unterstützt, bereits weitehend abgeschrieben und betrachtet sie nur noch als Freiwild, an dem sie sich rächt und ein Exempel für die anderen noch unter ihrer Kontrolle stehenden Regionen des Südostens statuiert.

Eine Verurteilung durch die Weltöffentlichkeit hat sie nicht zu befüchten, denn die westlichen Medien sorgen zuverlässig dafür, dass nichts Unappetitliches und dem richtigen Weltbild schadendes zum Vorschein kommt.

Der Tag nach der Wahl Poroschenkos hat indes bis zu 200 Tote gefordert.







Die Bilder sind brutal, aber nur mit ungeschminkter Wahrheit kann man den Menschen wenigstens ein Stück klarmachen, was in der Ostukraine aktuell vor sich geht. Und dass diese Verbrechen auch durch die bedingungslose politische Unterstützung des Westens für die Kiewer Junta geschehen. So sieht nach Steinmeiers Lesart Stabilisierung und Versöhnung á la Poroschenko aus.

https://www.youtube.com/watch?v=ofeZ-P_P0eA

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ukrainische Normalität:

http://ic.pics.livejournal.com/shrek1/6366867/307557/307557_900.png

Repost der Bilder der Verbrannten in Gewerkschaftshaus in Odessa mit "witzigen" Kommentaren eines nationalbewussten Ukrainers:

"Wir laden alle Russen und Kleinrussen zu unserer Grillpaty auf Odessa-art in Donbass! Wir haben viel frisches Fleisch! Wir haben für euch wie auch in Odessa: Grill, echt heiss, feurige Coctails, unterhaltsames Rennen von den Schwarzmaskierten und Hubschraubern, extemales Springen aus den Festern!!! Für Familien - Rabat! Wir arbeiten schon in Donezk und Odessa!"

Auf den Bildern(links-recht,oben-unten): "Verpiss dich, weck mich morgen", "Meine Fresse, haben wir uns hier aufgewärmt","Scheisse, ich stecke fest","Gleich, ich schnüre den Schuh zu und helfe"

Nö ist kein unschuldiger Trolling sondern ausgeprägte Haltung der Masse der Ukrainern und ist haufenweise in entsprechenden Netzgruppen zu finden (vor allem in VKontakte) und ist ein Ergebnis der gezielter Entmenschlichung der Andersdenkender durch ukrainische Medien, Politiker und Öffentlichkeit.

Kuchi hat gesagt…

Es fehlen einem zurzeit einfach die Worte für das Alles. Man sieht es, aber man glaubt es kaum.

Der Kreml ist merkwürdig reserviert, während hunderte Menschen sterben. Putin verhält sich auch seltsam. Irgendetwas stimmt da nicht.

Die Ukrainer verhandeln mit USA und NATO wegen neuen Waffen. Die Separatisten werden über kurz oder lang der militärischen Übermacht nicht standhalten können und zermürbt. Was wird Moskau tun?

Anonym hat gesagt…

Kuchi, stellen Sie bitte keine dummen Fragen.

Schauen Sie unsere Systemmedien an. Schauen Sie die letzten Sitzungen des UNO-sicherheitsrates, diesen wahnsinnigen Zirkus an, die Erklärungen "unserer" Regierung und "unserer" Freunde.

Dann kennen Sie die die Antwort auch. Man versucht Putin auf militärisches Eingreifen zu provozieren um ihn als Agressor und blütigen Mörder der unschuldiger Ukrainer und "junger unschuldiger ukrainischer Demokratie" darzustellen. Daher werden die Aktionen immer blütiger und grausamer. Und das weist er auch, und das wissen die Russen und Jeder, der irgendwie sich mit der Thema befasst.
Wenn er es nicht tut wird er als Verräter der russischen Welt betrachtet, was etwa in 3-4 Jahren zum Anlass für die "Farbenrevolution" in Russland missbraucht wird.

Machen Sie es bequem, es kommen verdammt interessante Zeiten auf uns zu.

Übrigens: heute hat Kiev letzte Verhandlungen über zukünftige Gaslieferungen torpediert. Am 3.6 wird der Ventil für die Ukraine geschlossen. Raten Sie mal wer am Ende wieder schuld sein wird.

Anonym hat gesagt…

Kann jemand mal bitte einen objektiven Bericht über die aktuelle Situation auf der Krim berichten? Mir geht es hauptsächlich darum zu erfahren, wie die Menschen das tägliche Leben meistern, obwohl sie im Prinzip vom Trinkwasser abgeschnitten sind. Läuft das Leben normal? Gibt es Menschenrechtsverletzungen, wie von Kiew jetzt angedeutet worden sind? Wenn ja, welche?

Danke
Penryn

Anonym hat gesagt…

Penryn, hängt davon ab welche Darstellung Sie als objektiv zu betrachten bereit sind.

Den "Berichten" aus Kiev zufolge wird Krim grausam okkupiert, der Bevölkerung wird die Flucht in die Ukraine grausam verwehrt. Die Leute werden gewaltsam zum empfangen der russischer Pässe gezwungen, die Preise explodieren, die Läden seien leer, die Kriminalität verbreitet sich ungehindert.
Beispiel Hier: http://1k.com.ua/516/details/5/6
ähnliche Qualität weisen alle Berichte im deutschen, die ich finden konnte. Da werden mehr oder minder die Quellen des Kievs zitiert.

Im Gegenzug hier gibt es Darstellung seitens Colonelcassad (politischer Blogger, wohnt in Simferopol, zeigt regelmäßig eigens vor Ort gemachte Bilder) solche Darstellungen: http://zerkalokryma.ru/lenta/people/report/chem_zhivet_sevastopol8/
Bericht ist vom 24.4 aber in Sinne des alltäglichen Lebens behält er seine Korrektheit bis heute.
allgemeine Punkte:
- es gibt keine Katastrophe, wie es Kiev uns weiszumachen versucht.
- aus Wasser wird 75-80% des Bedarfes aus Ukraine geliefert. Daher ist die Versorgung mit Trinkwasser ausdrücklich NICHT gefährdet. Für die Landwirtschaft nötige Mengen wurden Aufgrund der Versorgungssperre schon jetzt nicht geliefert und die Reisplantagen (meistangebaute Kultur in Krim) sind für dieses Saison gestorben, Weizen, glaube ich, auch schon. Die Kulturen wurden angebaut primär um nach Ukraine zu verkaufen. Unangenehm aber unkritisch. In den 20ten des Mais wurden durch Ingenieureinheiten der russ. Militärs die ersten Brunnen fertiggebaut und Leitungen gelegt. *
- Stromversorgung: (90% der Lieferung aus Ukraine) nach der Androhung der Stromabschaltung gab es kurze Zeit Abbruch der Versorgung in Teilen der Halbinsel. Jetzt ist Versorgung aber stabil, hat auch damit zu tun, dass auf Krim viele mobile Stromgeneratoren aus Sochi gebracht wurden.
- es bleibt gewisses Chaos in Bankensystem auf Halbinsel, in der Verwaltung und im Immobilienmarkt (Immobilienreester befinden sich in Kiev und wurden gesperrt)
- Die Tourismussaison wird den Erwartungen nach NICHT ausfallen.

- die einzigen Verletzungen der Menschenrechte über die ich aus einigermaßen verlässlichen Quellen gehört habe sind die für Russlandhetze übliche Verletzungen der Rechten der Homosexuellen, also Dünnpfiff. Wenn den UNO-Beauftragten das recht der Schwulen zu demonstrieren mehr stört als Dutzende tote Zivilisten täglich in Donezk, dann wissen wir wo gelandet sind mit solchen Vertrettern. *
- zum 1.6.14 wird die ukr.Grivna aus Verkehr gezogen (wurde ursprunglich für später geplannt aber man versucht anscheinend mit Geldmasse aus Krim die ukr. Wirtschaft weiter zu destabilisiern) *
- Alles in Allem der Alltag der Menschen und die Umstrukturierung laufen, nicht reibungslos (da hatte keiner die Illusionen) aber auf jeden Fall ist die Halbinsel so ziemlich der letzte Ort in der Ukraine um den man sich sorgen machen sollte.

(* - Sachen, die so im Bericht nicht stehen, sondern aus anderen Quellen, die der genannter Blogger benutzt stammen)

zu den Details bitte Goolge translator in die Hand nehmen.

der unbequeme hat gesagt…

Was Trinkwasser für die Menschen anbetrifft, kann sich die Krim selbst versorgen. Das Wasser reicht allerdings nicht für landwirtschaftliche Zwecke aus, so dass in dieser Saison bereits Ernteausfälle unvermeidbar sind. Allerdings werden jetzt verstärkt neue Grundwasserquellen erschlossen, so dass das Problem mittelfristig gelöst werden wird.

Anonym hat gesagt…

Vielen dank für den ausführlichen Bericht.

Penryn

Anonym hat gesagt…

@der Unbequeme

Man sagt das eine grosse Brücke als Verbindung zu Russland gebaut wird. Vielleicht kann Putin auch eine Wasserbrücke bauen.

http://de.ria.ru/politics/20140303/267964893.html

Anonym hat gesagt…

Polnische Freiwillige im Donbass eingetroffen
http://www.liveleak.com/view?i=2a4_1401550480

Angeblich 43 Tschetschenen getötet
http://www.liveleak.com/view?i=055_1401482113

Separatist von Ukrainern geschnappt und befragt
http://www.youtube.com/watch?v=YDrXa37cJ50

Stirlitz hat gesagt…

Lieber Unbequemer,

mich würde interessieren, was Sie von der Behauptung halten, Russland würde Kommentatoren für pro-russische und anti-ukrainische Kommentare bezahlen, bzw Agenturen dafür beauftragen:

http://www.zeit.de/politik/2014-05/deutsche-medien-internet-trolle-bots-pro-russland

Meiner Meinung nach gibt es genügend "reale" Menschen, die den Mainstream-Medien mißtrauen, darunter viele mit einem persönlichen Bezug zu Russland. Das müssen keine Auswanderer sein, es gilt auch für "normale" Deutsche, die Russisch sprechen, das Land kennen und aus eigener Erfahrung wissen, wie verzerrt unsere Medien berichten.

der unbequeme hat gesagt…

@ Stirlitz

Ich hatte mal einen Artikel zu diesem Thema vefasst:

http://derunbequeme.blogspot.de/2014/01/anti-russland-propagandisten.html

Ich denke, solche Verschwörungstheorien sind ist ein klares Zeichen von Paranoia und des Gefühls der Schwäche der eigenen Position. Irgendwie muss um jeden Preis eine linienkonforme Erklärung für die unübersehbare Unzufriedenheit in den Kommentarbereichen her. Gleichzeitig merkt man nicht, dass man mit solchen lächerlichen Konstruktionen immer mehr selbständig denkende Menschen abstößt.

Anonym hat gesagt…

Zwei neue ukrainische Batalione bereit zum Kampf.
http://www.youtube.com/watch?v=2jVzw2TyhXc

Ulrich hat gesagt…

http://jidigr.livejournal.com/1495912.html

Sammlung an ersten Bildern vom 2.6.14 in Lugansk Stadtzentrum (direkt vor dem Gebaude der Stadtsverwaltung). Die Videos und Bilder sind extrem blütig und schwer zu verdauen, ihr seid gewarnt.
Das Wichtige: der Anschlag der Ukr. Luftwaffe war gar nicht dazu da irgendwelche militärische Ziele des Widerstandes zu treffen (sehr unpräzise Waffen) sondern war reine Abschreckungsmaßnahme gegen Zivilisten. Was man auch sieht: keine verletzte im Tarn oder mit Waffen, keine Waffenstützpunkte in der Nähe, nur tote und zerfetzte Frauen.
Staatsterrorismus mit Billigung unserer Regierung.

Wohlgemerkt, den Vorfall ignorieren unsere Medien mehr oder minder geflissentlich. Lässt sich wohl nicht so einfach ins Schema Guter Kiev - Böse Russen hinbiegen.

Ulrich hat gesagt…

Ach, ich muss mich verbessern:
Der Vorfall wird in allen unseren Medien BLOCKIERT. Ich komme nicht ein mal an Themen, die minimale Relevanz im Bezug haben und einen offenen Diskutierbereich.

Kuchi hat gesagt…

Snowden will raus aus Russland!http://www.spiegel.de/politik/ausland/nsa-edward-snowden-beantragt-asyl-in-brasilien-a-972824.html

In Brasilien dürften ihn die urdemokratischen USA recht bald umbringen.

Anonym hat gesagt…

http://colonelcassad.livejournal.com/1614628.html
http://colonelcassad.livejournal.com/1614931.html

Ukrainische Faschisten sind gerade dabei die Stadt Slavjansk (100.000 Bew) und umliegende Dörfer mit Artellerie, Luftwaffe und Panzern buchstäblich plattzumachen. Evakuierung der Zivilbevölkerung wurde von dem Militär nicht zugelassen.