Mittwoch, 21. Mai 2014

Russisch-chinesischer Gasdeal schreckt den Westen auf

Nach jahrenlangen Verhandlungen haben Russland und China einen umfangreichen Gasdeal im Wert von 400 Mrd. US-Dollar abgeschlossen. 30 Jahre lang wird Russland China über eine transsibirische Pipeline mit jährlich 38 Mrd. Kubikmeter Erdgas beliefern, zu einem Preis von aktuell 350 US-Dollar.

Einige westliche Schreiberlinge stellen die Sache so dar, dass Russland wegen der Ukraine-Krise und des abgekühlten Verhältnisses zum Westen ernsthafte Preiszugeständnisse machen musste. Das ist aber wie so oft nur die halbe Wahrheit. China hat noch 2013 von einen Wunschpreis von 250 US-Dollar gesprochen und hatte die Intention, sich am amerikanischen Henry Hub zu orientieren, an dem die Preise mittlerweile in den Keller gerutscht sind. Russland hat dies abgelehnt und das europäische Preisniveau verlangt. Nun hat sich China doch noch bereit erklärt, 350 US-Dollar zu zahlen. Dieser Preis entspricht durchaus dem europäischen Durchschnittspreis von 370 US-Dollar, in dem auch die höheren Transportkosten aus Nordwestsibirien mitenthalten sind. China stand unter Druck, schnell auf umweltfreundlichere Energieträger zu setzen, denn der Smog in den chinesischen Städten hat mittlerweile lebensbedrohliche Ausmaße erreicht. Als Alternative zum russischen Erdgas hatte China nur Flüssiggas aus Katar, dessen Preis von knapp 700 US-Dollar aber noch deutlich unvorteilhafter ist.

Der Deal ist also von beidseitigem Nutzen, auch wenn ihn Transatlantiker schlechtreden wollen. Russland vergrößert und diversifiziert seine Einnahmen und wird künftig durch etwaige politische Eskapaden der westlichen Abnehmer weniger verwundbar sein.

Doch auch wenn Panikeure oder Vertreter von US-Interessen "jetzt erst recht" eine Abkehr von russischen Energielieferungen fordern, gibt es in Wirklichkeit keinen Bezug zum neuesten Vertragsabschluss. Denn die Chinesen sollen aus vollkommen anderen, ostsibirischen Gasfeldern beliefert werden, so dass die europäische Gasversorgung davon vollkommen unberührt sein wird. Es sei denn, die Europäer schießen sich auf US-Befehl selbst ins Bein, indem sie einen günstigen und zuverlässigen Lieferanten vergraulen und stattdessen zu Lasten der eigenen Kaufkraft und Wettbewerbsfähigkeit andere abenteuerliche und kostspielige Alternativen finden. Dass das keine gute Idee ist, zeigt auch die Tatsache, dass der Anteil der russischen Energielieferungen in Europa (trotz all dem hohlen Gerede von weniger Abhängigkeit von Russland) in den letzten Jahren zusätzlich aufgestockt wurde.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Alles richtig. Nur vergaßen Sie zu erwähnen, dass das Gas in Yuan bezahlt wird, die dann zum Kauf von Konsumartikeln wieder in China landen werden. Also kein Dollar in Sicht...
Im Gegenteil, China und Russland werden ihre Dollar-Reserven abbauen, langsam, bis der Keller leer ist. Der Dollar wird der neue Schwarze Peter, und ich ahne schon, wo der landet...

Kuchi hat gesagt…

@der Unbequeme

Soweit ich vor einiger Zeit gelesen habe, beträgt der Preis im Kontrakt für Flüssiggas aus Qatar, den Polen bezahlen wird, ab Hafen um die 255 USD, keine 700 USD. Wenn man die Verflüssigung-, Verdampfung, sowie die Umlagen für die Betriebs- und Technikkosten für das Terminal in Swinemünde einrechnet, so behaupten die Polen kommen sie damit immer noch günstiger weg, als mit russischem Gas. Die 700 USD scheinen jedenfalls etwas zu hoch gegriffen?

der unbequeme hat gesagt…

@ Kuchi

Verstehen Sie Polnisch? :)

http://forsal.pl/galerie/770170,zdjecie,6,pgnig_moze_stracic_na_umowie_z_quatargas_budowa_terminalu_lng_sie_przedluza.html (650 USD)

Hier ist auf Englisch von 600 USD die Rede:

http://www.ft.com/cms/s/0/67308bb8-97f2-11e3-8c0e-00144feab7de.html#axzz32TCnnkOd

Kuchi hat gesagt…

Danke für die Quelle, offensichtlich bezogen sich meine Informationen noch auf Annahmen, welche vor einigen Jahren enstanden waren. Inzwischen hat sich die Situation wohl geändert. Wegen Fukushima scheinen die Japaner enorme zusätzliche Flüssiggasmengen zu importieren. Und der Ölpreis auf einem hohen Niveau. Bei 600 USD hat man wieder mal die Arschkarte gezogen. Die Polen wollen das Terminal auf dem minimal möglichen technischen Betriebsniveau laufen lassen, was, wie ich las, etwa 1,5 Mrd. Kubikmeter Gas pro Jahr entspricht (10% des Verbrauchs des Landes)und den höheren Preis dann in die Gesamtkalkulation mit einberechnen. Darauf ist der Kontrakt mit Qatar ausgerichtet. Das Terminal hat eine ausbaubare Maximalkapazität von 7,5 Mrd. Cu-Meter, welche man als Sicherheit nutzen wollte, wenn es zu einem Interessen-Konflikt mit Russland kommen sollte.

Anonym hat gesagt…

Turtschinow verleiht Orden:

http://www.youtube.com/watch?v=Hr0bE5MrecQ

Anonym hat gesagt…

Ein schlechter Deal; der Westen reagiert gelassen. Nicht nur sind die 38 Mrd. Kubikmeter pro Jahr, wenn denn die Leitungen nach Jahren gelegt sind, gerade mal ein Bruchteil der heutigen Liefermenge nach Europa. hinzu kommt: 350 Dollar liegen unter dem europäischen Schnitt und Russland muss bis dahin dutzende Milliarden in den Leitungsbau investieren. Selbst die staatlich gelenkten russ. Medien bezeichnen den Deal als Zuschussgeschäft. Der Sieger heisst China.

Worin die vom Autor gelobte Diversifizierung der russ. Einnahmen besteht bleibt schleierhaft. Nach bald 15 Jahren Putin ist Russland auf dem Niveau eines afrikanischen Staates angelangt, das nur noch Rohstoffe verschleudert. Ende absehbar.

Kuchi hat gesagt…

Russland sollte sein Gas und sein Öl verkaufen, solange beide Rohstoffe noch gebraucht und teuer bezahlt werden. Je mehr, desto besser. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass die sogenannte "kalte Fusion" oder LENR (=low energy nuclear Rections) tatsächlich keine Fata-Morgana ist.

Pons fleischmann, Yoshiaki Arata, und nun Andrea Rossi, der sogar inzwischen einen 1MW Reaktor in die USA exportiert hat. Jetzt auch noch eine hoch offizielle Bestätigung von der NASA. In 10 Jahren könnte das Erdölzeitalter abrupt enden, mit allen absehbaren Folgen für rohstofflastige Länder.

http://www.youtube.com/watch?v=mxeKeuh_2Bw

Anonym hat gesagt…

LENR Testing at NASA Langley

http://www.youtube.com/watch?v=OtHR1NCzeKU

Anonym hat gesagt…

Ukrainische Nationalgardisten töten ukrainische Soldaten, die nicht auf die "eigenen Leute"/Separatisten schiessen wollen.

http://www.liveleak.com/view?i=806_1400786424

der unbequeme hat gesagt…

@ Anonym 22. Mai 2014 23:52

Ich hätte gern den Link, in dem russische Medien den Deal als Zuschussgeschäft bezeichnen.

Ansonsten ist es nur hohles Geschwätz.

Anonym hat gesagt…

Ukrainische Militärs töten Verletzte in Krankenhaus
http://de.ria.ru/security_and_military/20140523/268564562.html

Anonym hat gesagt…

Ukraine. Es ist einmal wieder etwas Unglaubliches passiert. Die Hauptinformationsquellen sind aber momentan die Presse der Widerstandskämper und das Russsiche TV
Eine Gruppe von ca. 30 Soldaten mit Ukrainischen Schützenpanzern, bei Donetsk , weigerte sich gegen die eigene Bevölkerung zu kämpfen und stand friedlich zwischen den Bäumen, bis ein Konvoi von gepanzerten Geldtransportern der PRIVATBANK auftauchte, stoppte und aus ihner heraus zivile Personen sie mit panzerbrechenden Waffen beschoss. Es gab viele Tote.5 Wurden bei dem Gefecht getötet, 10 weitere auf den Knien sitzend hingerichtet. Ein Fahrzeug des Konvois, wurde zerschossen zurückgelassen. Der Oligarch Kolomyskyi ist Eigentümer dieser Bank. Ein Militärhubschrauber näherte sich, doch anstatt zu helfen bebombte dieser die Überlebenden. Die Kiewer Regierung stellt die Bombadierung als Unfall dar, und die Schützenpanzer wurden natürlich von den Separatischen beschossen.

Ein weiterer Zwischenfall ereignete sich bei Lugansk. In einem Krankenhaus wurden von vom Rechten Sektor und der Nationalgarde verletzte Ukrainische Soldaten erschossen

Anonym hat gesagt…

Donbass Battalion von Pro-Russen überfallen

http://www.youtube.com/watch?v=BjGfL7h_6Uw

Anonym hat gesagt…

@der unbequeme
23. Mai 2014 11:28

Link auf russ. Artikel, in dem der Deal gar als "Gasdumping" dargestellt wird:
http://www.gazeta.ru/business/2014/05/22/6044721.shtml

Bevor sie das nächste mal solche Jubel-Artikel im Pravda-Stil schreiben, "Unbequemer", sollten sie sich erstmal mit wirtschaftlichen Basics beschäftigen!

der unbequeme hat gesagt…

@ anonym

haben Sie Ihren eigenen verlinkten Artikel gelesen? Dort handelt es sich um a) eine Übersicht über ausländische Reaktionen b) mit Gasdumping wird nicht der Deal, sondern die Marktfolgen für das LNG genannt.

Lesen Sie bitte in Zukunft die Quellen aufmerksamer, sonst ist es ziemlich blamabel.

Hier ist ein anderer Artikel, diesmal direkt von Gazeta.ru (übrigens, nicht staatlich gelenkt). Dort wird erklärt, warum Putin China den Preis diktiert hat:

http://www.gazeta.ru/business/2014/05/21/6042329.shtml

Anonym hat gesagt…

Ukraine bittet Israel um Hilfe bei Aufklärung des Odessa-Massakers, offenbar Chloroform bei Tötungen im Gewerkschaftshaus im Einsatz

http://www.liveleak.com/view?i=51f_1400883260

Anonym hat gesagt…

@Anonym 24. Mai 2014 18:57

Das könnte erklären, warum manche der Opfer noch Sonnenbrillen trugen, so als wären sie ganz plötzlich überrascht worden. Offenbar wurden sie gezielt betäubt und danach mit einer brennbaren Flüssigkeit begossen und angezündet.

Anonym hat gesagt…

Chemiewaffen aus dem Ersten Weltkrieg wurden möglicherweise bei Brand in Odessa eingesetzt

Weiterlesen: http://german.ruvr.ru/news/2014_05_23/Bei-Brand-in-Odessa-konnte-Waffe-aus-dem-Ersten-Weltkrieg-eingesetzt-werden-russische-Fachleute-2963/

Anonym hat gesagt…

@der unbequeme
Sie sollten den Artikel nicht nur lesen, sondern auch verstehen. Wenn Russland im Chinadeal alle Konkurrenten preislich unterboten hat wie im Artikel behauptet, dann hat es offenbar selbst zu ungünstigen Konditionen angeboten. Dumping halt.

Ihr Link dagegen verweist auf einen reinen Propagandaartikel. Ganz in diesem Stil schreiben sie in ihrem eigenen Beitrag, der Deal sei ein Erfolg für Russland gewesen! Weil der chinesische Preis nur geringfügig unter dem europäischen liege. Doch ist der Ertrag die Differenz von Einnahmen und Ausgaben. Was sie verschweigen ist, dass Russland duzende Milliarden in die chinesische Leitung investieren muss, die Ausgaben also exorbitant hoch sind.

Also wird Russland erstmal nur Geld investieren. Und selbst wenn nach Jahren der Break-even erreicht werden sollte, bleibt es wegen der Opportunitätskosten doch ein Zuschussgeschäft. Denn Russland hätte das gleiche Gas eben ungleich profitabler nach Europa liefern können. Der Deal mit China hätte sich nur gelohnt, wenn Russland einen signifikant höheren Gaspreis vereinbart hätte.

Fazit: Europa bleibt ungerührt, China ist der Gewinner, Russland der Verlierer.

der unbequeme hat gesagt…

@ Anonym 25. Mai 2014 05:21

Sorry, das ist kompletter Blödsinn. Das Erdgas, das für China vorgesehen ist, soll aus neuen Lagerstätten in Ostsibirien (Jakutien und Region Irkutsk) kommen, für die es ohnehin keine physische Transportmöglichkeit nach Europa gibt, ohne ähnlich viele Milliarden zu investieren. Es gibt also keine Opportunitätskosten. Ganz zu schweigen davon, dass man nicht einfach beliebig viele Mengen in Europa absetzen kann, losgelöst von europäischer Nachfrage.

Auch Ihre Eingangsbehauptung ist völlig absurd. Wenn jemand den günstigsten Preis auf dem Markt hat, heißt es nicht, dass er keine Rendite hat.

Anonym hat gesagt…

@der unbequeme
Ihre erste Aussage ist schon deswegen falsch, da es genügend Nachholbedarf für die russ. Erdgasindustrie gibt, sei es beim Thema Transport wie LNG oder Märkten wie Asien. Die Opportunitätskosten sind also sehr wohl gegeben.
Das zweite Argument steht mitnichten im Widerspruch zu meiner Aussage, dass es ein schlechter Deal ist.

Beides läuft darauf hinaus, dass in Anbetracht der exorbitanten Erschliessungskosten ein höherer Gaspreis geboten gewesen wäre. Genau den Kostenaspekt aber haben sie in ihrem Beitrag komplett ausgeblendet! Das macht ihn zur billigen Rhetorik.

der unbequeme hat gesagt…

Es gibt für die genannten Gasfelder keine Opportunitätskosten. Selbst wenn man dieses Gas als LNG im Pazifikraum anbieten will, muss man es mit einer Pipeline an die Küste transportieren. So viel zu den Kosten.

Pipeline-Gas muss man im Gegensatz zu LNG weder mit teurer Infranstruktur verflüssigen, noch beladen, entladen und regasifizieren. Da ist völlig logisch, dass es günstiger ist. Kleiner Hinweis: wichtig ist nicht der Preis, wichtig ist die Marge.

Anonym hat gesagt…

@der unbequeme
Es geht die ganze Zeit um die Marge. Und diese kann nicht hoch sein, wenn der VK gering ist und die Ausgaben hoch.

Opportunitätskosten fallen selbstverständlich an. Schon deswegen, weil niemand Russland zwingt, die genannten Gasfelder überhaupt auszubeuten. Wohl an die 50 Milliarden Dollar Investitionen! Wenn der Gasdeal mit China so schlecht ist, hätte man ihn lassen müssen.

der unbequeme hat gesagt…

Leider haben Sie überhaupt keine Ahnung von Wirtschaft. Die Investitionen kurbeln den ganzen Wirtschaftskreislauf an. Davon profitieren Baufirmen, Metallindustrie, Bergbau etc. Das sind Arbeitsplätze und Steuereinnahmen.

Und Opportunitätskosten fallen selbstverständlich keine an, da Kredite separat für dieses Projekt aufgenommen werden und nichts mit anderen Projekten zu tun haben.

Und zu guter Letzt haben Sie keine Ahnung über die wirkliche Kostenzusammensetzung und die Marge über 30 Jahre.

Anonym hat gesagt…

@der Unbequeme
Sie eiern hier in unbeschreiblicher Weise zum Thema Kosten rum. Investitionen müssen sinnvoll sein, sonst sind sie Verschwendung. Russlands Gaswirtschaft hat einen hohen Investitionsbedarf in vielen Bereichen, die Opportunitätskosten sind mithin hoch.

Geld fällt nicht vom Himmel, wie sie glauben. Russland und seine Firmen sind durch das Ukraineabenteuer des Putin-Regimes bereits jetzt weitgehend vom internationalen Kapitalmarkt abgeschnitten.

Zum Thema Kostenzusammensetzung erinnere ich daran, dass sie das Thema Kosten in ihrem Artikel einfach verschweigen. Wenn sie schon nichts von Wirtschaft verstehen, wäre es besser, wenn sie der Menschheit künftig derart niveaulose Artikel ersparen.

der unbequeme hat gesagt…

Es ist nur zu durchschaubar, dass Sie mit Ihrem verbalen Schaum hier das Fehlen jeglichen Wissens über die Kostenstruktur und die Margen des Projekts übertünchen wollen.

Es ist alles nur Rätselraten Ihrerseits, das Gespräch somit sinnlos.

Anonym hat gesagt…

@der Unbequeme
Zurück auf Start: Ausgangspunkt ist, dass sie in ihrem unsäglichen Artikel den Gasdeal als grossen Erfolg feiern. Als Beleg wird der nur leicht unter europäischem Schnitt liegende Gaspreis angeführt. Zu den Kosten jedoch, die unstrittig weit höher sind als für Europa, schweigen sie sich aus. Das rendert den gesamten Beitrag zu billigster Propaganda. Wollen sie das endlich mal einräumen?

Wenn diese elementare Einsicht klar ist, schreiben sie doch den Artikel neu! Und wenn sie meinen, die Kostenstruktur so gut zu kennen, umso besser: nehmen sie diese rein. Dann könnte sogar etwas Gehaltvolles entstehen.

der unbequeme hat gesagt…

Ich kenne die Kostenstruktur in all den kommerziellen Details genauso wenig, wie Sie oder sonst jemand außerhalb der beteiligten Strukturen. Der Unterschied zwischen uns ist aber, dass Sie darauf trotz Ihrer fehlenden Kenntnis rumtrampeln - ein völlig leeres und sinnfreies Unterfangen.

Ich tue in dieser Situation das, was mir meine Erfahrung erlaubt. Ein, wie Sie behaupten, "Zuschussgeschäft", der seinem Land schadet, kann ich mir bei jemandem wie Putin nicht vorstellen. Wissentlich gegen die Interessen ihrer Länder handeln können eher Pudel an der kurzen US-Leine in den europäischen Regierungen.

Anonym hat gesagt…

@der unbequeme
Man muss die Kostenstruktur nicht im Detail kennen, um eine qualitative Abschätzung vorzunehmen. Das aber ist zwingend notwendig, um überhaupt den Deal zu bewerten. Im übrigen waren sie ja beim Gaspreis auch nicht so zimperlich, obwohl dieser bezeichnenderweise nicht offengelegt wurde.

Letztlich lässt sich ihre ganze Meinungsäusserung übersetzen als: Warum sich überhaupt eine Meinung bilden, Putin hat doch immer Recht! Dem wäre zu entgegnen: Wenn Putin etwas von Wirtschaft verstünde, wäre Russland heute kein Entwicklungsland ohne Industrie. Und Putin hätte beim Gasdeal nicht als Bittsteller nach China reisen müssen.

Anonym hat gesagt…

Erst einmal, hat sich unter Putins Wirtschaftspolitik das BIP per capita um 350% gesteigert und macht die Russische Föderation zur einer der größten Volkswirtschaften. Sie haben recht, wenn sie sagen, Russland sei im sogenannten "Ressourcenfluch" gefangen, doch legt Putin weithin höhere Prioritäten auf den "konzeptuellen Machtausbau", so wie in Geheimdienstkreisen gesprochen und gelehrt wird.

Zweitens: Russland ist eines der Länder mit der geringsten prozentualen Verschuldung und hat demnach im Hinblick auf Kapital ausgesorgt. Zudem wäre es nicht abwegig zu behaupten, Russland sei politisch, militärisch und sowohl auch -finanziell- souverän, was andere Länder unter dem Würgegriff der Finanzmärkte es nicht sind.

Drittens, rechnen sich alle Investitionskosten auf 30 Jahre. Wenn man bedenkt, dass dieser Gas-Deal bloß einen kleinen Bruchteil an bilateralen Verträgen darstellt, haben die beiden Akteure einen eklatanten Surplus erhandelt.

FG, Anonymous

Anonym hat gesagt…

Erstens sehe ich genauso.

Das führt aber bei zweitens schon zu Problemen. Russland ist immer noch ein armes Land, das Pro-Kopf-Einkommen niedriger als in Griechenland. Die Ressourcenabhängigkeit fördert die ohnehin horrende Korruption. Im Ergebnis ist die Wirtschaft schon letztes Jahr kaum gewachsen, obwohl die Rohstoffpreise extrem hoch waren. Um zu den entwickelten Ländern aufzuschliessen müsste Russland mit 5-10% pro Jahr wachsen, so fällt es immer mehr zurück.

Drittens ist schwer abzuschätzen, 30 Jahre eine lange Zeit. China verfügt über die wohl grössten Frackingvorkommen der Welt.

Anonym hat gesagt…

Russland verlierer? Russland wird sowohl Europa als auch China beliefern. Von Opportunität ist also keine Rede. Und wenn Europa kein Gas haben will, dann ist der Schritt erst recht gut.