Freitag, 9. Januar 2009

Wegreißen und verhungern lassen

Der Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland hat vor den entsetzten Augen der europäischen Öffentlichkeit ein Ausmaß und eine Dauer erreicht, die den Konflikt vor drei Jahren weit in den Schatten stellt. Um zu verstehen, wer für den Konflikt verantwortlich ist und wer alle Beteiligten zu Geiseln macht, braucht man nur etwas logisches Denken und Hintergrundwissen.

Zwischen den beiden Ländern existiert unabhängig von bilateralen Lieferungen ein Transitvertrag bis Ende 2010, mit dem Russland nach dem letzten Streit hoffte, die wiederkehrenden Verkaufsverhandlungen mit der Ukraine ein für alle mal von den Transitfragen zu trennen, was auch im Interesse der Energiesicherheit Europas ist. Weit gefehlt. Die Ukraine ist auf Brechen und Würgen daran interessiert, die Verbindung der beiden Punkte beizubehalten. Da Marktpreise für sie unbezahlbar sind, ist das einzige, was sie dagegen in die Waagschale werfen kann, die Erpressung mit einer Blockade oder zumindest die ungenierte Abzweigung von all den Mengen, die sie selbst braucht. Auch dies läuft auf eine Blockade hinaus, da Gasprom so nicht weiterliefern kann. Verträge werden dabei von der ukrainischen Seite schlicht ignoriert und bleiben nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt wurden.

Dies betrifft auch die mühsam ausgehandelte Vereinbarung über Pipeline-Beobachter, die Kiew nach viel Hickhack mit seinen einseitig eingefügten Ergänzungen letztlich in der ursprünglichen Form unterschrieb. Eine Lösung des Streits schien nahe, doch bereits am nächsten Tag war das Abkommen schon wieder Makulatur. Über Nacht ist Kiew "eingefallen", dass die Durchleitung technisches Gas erfordert, das Moskau stellen müsse, ansonsten wird weiter blockiert. Dabei definiert der Transitvertrag die Bereitstellung von technischem Gas eindeutig als ukrainische Aufgabe. Und Kiew hat auch ohne russische Lieferungen ausreichend Möglichkeiten aus eigener Förderungen oder gespeicherten Mengen, seinen vertraglichen Pflichten nachzukommen. Doch wen interessieren in diesen Tagen noch Verträge und Verpflichtungen? Kiew besteht plötzlich darauf, dass ohne einen Liefervertrag und einen vereinbarten Preis auch kein technisches Gas für den Transit verfügbar ist. So wird versucht, den Transit doch noch mit bilateralen Lieferungen zu verknüpfen.

Russland, das durch den Lieferausfall täglich 120 Mio. USD verliert, langfristige Folgen durch Imageschaden nicht eingerechnet, kann an der fortlaufenden Gasblockade kein Interesse haben. Das ist für jedes Kind ersichtlich, offenbar jedoch nicht für europäische Politiker und Medien. Zwar war von Anfang an, abgesehen von einigen Ausnahmen, etwas weniger pauschale anti-russische Hysterie als vor drei Jahren zu beobachten, doch die Überlagerung geopolitischer Interessen, die die Ukraine als eine "demokratische Freundin" des Westens und Russland als eine zu isolierende Bedrohung kategorisieren, hat das Ihre getan. Trotz eindeutig anti-ukrainischer Sachlage, die sich vor allem nach dem dem Eintreffen der Beobachter ergibt, balancieren die Medien auf dem schmalen Grat zwischen propagandistischem Wunschbild und trauriger Realität . Man spricht auf einmal überwiegend abstrakt, distanziert sich von der Schuldsuche und wirft "beide Streithähne" am liebsten in einen Topf. EU-Politiker Barroso empfiehlt den leidenden Balkanstaaten "beide Länder zu verklagen", während neunmalkluge Experten die Situation weiterhin nutzen, um die Abkehr von russischen Lieferungen zu predigen. Aus Ahnung von unangenehmen Wahrheiten nicht genau hinschauen war bereits während des Kaukasus-Krieges die Devise. Dabei liegt die Gefahr für Europa vor allem im Ziehen von falschen Schlüssen und unzutreffender Problemquellenidentifizierung. Mit suboptimalen und kostspieligen Ersatzlösungen im Energiebereich, die auf krampfhafter Russland-Panik basieren, würde sich Europa vor allem selbst bestrafen. Erdgas aus Russland bleibt die beste Kombination aus Preis, Zuverlässigkeit und Umweltverträglichkeit. Lediglich die chaotischen Transitländer verleihen dieser russisch-europäischen Symbiose großes Problempotenzial.

So aber rächen sich falsch definierte geopolitische Prioritäten. Die Ukraine bekam eine aggressive nationalistische Marionette als Präsidenten, die zwar das unwürdige gegenseitige Zerfleischen der Ostslawen vor den Augen der ganzen Welt exzellent in Gang brachte. Jedoch konnte die mangelnde westliche Bereitschaft, die Ukraine gleichzeitig ernsthaft bei ihren enormen Problemen zu unterstützen und beispielsweise all das bezahlen, was sie selbst nicht bezahlen kann, das ganze Unterfangen von Anfang an kein voller Erfolg werden lassen. Die Geister, die man mit der NGO-finanzierten orangenen Revolution rief, wird man selbst nicht mehr los, denn die Ukraine schlägt in der ausweglosen Lage nur noch wild um sich rum. Zu den Leidtragenden zählt auch Europa selbst. Ein von der säugenden Mutter spaßeshalber weggerissener und gegen sie aufgestachelter Tigerjunge, wurde benutzt und allein gelassen, weil niemand für ihn stattdessen sorgen wollte. Jetzt ist dieses unselbständige Wesen zum Hungertod verurteilt, beißt aber in seiner Agonie kräftig zu. Wie lange werden uns die Medien noch über diese Entwicklung täuschen wollen?

Kommentare:

Franek Dolas hat gesagt…

EU platzt im Gasstreit der Kragen


«Wir werden bald sehen, ob es sich hier um ein technisches Problem handelt oder ob es keinen politischen Willen gibt, das Abkommen über die Wiederaufnahme der Lieferungen einzuhalten», sagte Barroso. Die Kommission werde die EU-Staaten auch zu «konzertiertem Handeln» aufrufen, um «alternative Wege der Energiebeschaffung und des Energietransits zu finden». Das Ausbleiben der Gaslieferungen trotz entsprechender Zusicherungen Moskaus und Kiews sei «inakzeptabel und unglaublich», schimpfte Barroso.
(...)
Zugleich machte der Kommissionschef deutlich, dass «Russland und die Ukraine nicht mehr als verlässliche Partner der EU in Fragen der Energieversorgung betrachtet werden können».


http://www.netzeitung.de/politik/ausland/1251658.html

Franek Dolas hat gesagt…

«Russland und die Ukraine nicht mehr als verlässliche Partner der EU in Fragen der Energieversorgung betrachtet werden können».

der unbequeme hat gesagt…

Danke, genau diesen Nicht-Durchblick und Nicht-Differenzierung meinte ich als das Schädlichste für Europa in dieser Lage.

Fabula docet hat gesagt…

Hallo Der Unbequeme, vielen Dank für einen sehr gelungenen Bericht über den "Gas-Streit" zwischen Ukraine und Russischer Föderation und dem undifferenzierten Verhalten der Europäischen Union. Bitte weiter so.

Anonym hat gesagt…

Der Hammer!
Im Oktober 2008 hat Webster Griffin Tarpley genau dieses Szenario vorausgesagt.
Siehe: rapidshare.com/files/153654195/IK_Radio_2008_10_12_Stunde_5_48kbps.mp3.html
(gefunden via infokrieg.tv/webradio_archiv.html)
bei Min. 44 ff.: "Wie kann man Europa gegen Russland ausspielen? ... die ganze Zusammenarbeit kaputt machen...?"
bei Min. 46 ff.: "Was Brzezinski erreichen möchte, ist die Durchtrennung der Erdgasleitungen..." "... künstliche Krise in kommendem Winter ..."

Unbedingt anhören!

Bei Interesse auch meinen Kommentar bei ...
ef-magazin.de/2009/01/03/876-richtigstellung-russische-erpressung-durch-einstellung-der-gasbelieferung

MfG Kreuzweis

Fabula docet hat gesagt…

Vielen Dank für den Link Kreuzweis.

Ein kleiner Nachtrag dazu, wie einfach es in einer VS-zentrierten Welt ist, einen Unbequemen zu diskreditieren:
http://capital.trend.az/index.shtml?show=news&newsid=1398285&lang=en

bublik hat gesagt…

Danke für diesen Bericht... manchmal weiss ich einfach nicht was ich glauben soll... obwohl ich auch russisches TV schaue und den standpunkt (schuld liegt bei Kiew) durchaus in erwägung gezogen habe, muss man immer bedenken, dass russland für seine zensur in den russischen medien auch bekannt ist. jedoch stelle ich fest, dass die EU und auch die Medien leider, leider immer öfter eine anti-russische haltung einnehmen... das schadet nicht nur russland, sondern verhindert auch eine annährung zwischen eu und russland. heute sollte man sich ins bewusstsein rufen, dass russland politisch äußerst stabil ist und wirtschaftlich aufstrebend... sowohl die EU als auch Russland würden von einer zusammenarbeit profitieren, wenn die EU aber bald nicht aufwacht wird sich auch Russland langfristig mehr nach Osten orientieren... und das wäre primär ein verlust für die EU

Andreas Solf hat gesagt…

Langsam wird es peinlich. Sie werfen alles in einen Topf, was Sie an der Ukraine hassen und glauben somit die Welt von westlichen Medienlügen überzeugen zu können? - Absurd!

Fakt ist, dass die Ukraine bei dem Schauspiel im Allgemeinen aufgrund der inneren Zerstrittenheit keine gute Figur macht und Fakt ist auch, dass Russland die Macht Medien für sich erkannt hat. Sie selbst transportieren dies weiter in ähnlichem Duktus.

Was wirklich bleibt: Zwei Länder können sich nicht über einen Gaspreis einigen. Wobei sich die Ukraine auf das Memorandum vom Februar 2008 beruft, bzw. auf die Vereinbarung vom Oktober 2008 und diese Vorverträge entsprechend ihren eigenen Vorstellungen interpretiert (was ihr gutes Recht ist) und dass Russland zu jenen Vereinbarungen eine andere Position hat (auch verständlich). Man wird sich früher oder später einigen.

Aber was für eine Show inszeniert Russland in diesem Jahr! Soviel Hass war selten von staatlichen Fernsehsendern zu sehen.
Und fast hat man als Rezipient russischer Medien das Gefühl, man habe in diesem Jahr besonders gern auf die obligatorischen alljährlichen Streitigkeiten gewartet, um nun endlich ein antiukrainisches Medienszenarion starten zu können.
Am 1. Januar (!) waren zum Beispiel viele RTR-Journalisten an vielen europäischen Entnahmestationen in einer Live-Schalte und man merkte denen die Enttäuschung richtig an, als zunächst KEIN Druckabfall zu verzeichnen war. Bis - endlich, so schien es! - es zu ungeklärten Druckabfall im Baltikum kam. Dann der Ruck durch die russische Medienlandschaft: "Es geht endlich los!". Und die Hähme der Journalisten gegenüber Präsident Juschtschenko: "Niemand kann sagen woher der ukrainische Präsident seine Preisvorstellungen nimmt..." - wie unwürdig. Das sind Hassprediger, - keine Journalisten.
Die Rechenbeispiele kann im Übrigen jeder nachlesen, man braucht nur die HP des Ukr. Präsidenten anzuklicken. Dort gibt es für den letzten Dödel die Berechnungen auch in russischer Sprache. Und Putins Äußerungen gegenüber dem Ukrainischen Präsidenten, insbesondere in den letzten Tagen verdienten eigentlich ein gesondertes Kapitel zum Thema Hass.

Aber was erzähle ich Ihnen das?! Sie werden es wohl selbst erleben, denn Sie versuchen ja schließlich hier den russischen Hass weiterzutragen.

(Mir warfen Sie einmal vor, ich würde durch das Aufzeigen von Unterschieden der jeweiligen Befindlichkeiten einen Keil in das slawische Seelenleben treiben. Erinnern Sie sich?)

Anonym hat gesagt…

Zum Thema ein Meinungsfund bei
alles-SchallundRauch.blogspot.com (Kommentar um 13:51 am 15.1.09 zu "Bulgarien..."):

"Leute, wacht bitte von Eurem Tiefschlaf auf: Als Grieche, der die Situation in
GR bestens kennt, sage ich Euch, es gibt keine wirklichen "heißen" Probleme,
zumal hinsichtlich der Jugend in GR, schließlich stammen die
Berufsdemonstranten-Antifanten allesamt entweder von der Athener Bourgeoisie
der nördlichen bzw. südlichen Vororte oder von den Massen an illegalen
Immigranten, die ja sowieso alle auf ihre jeweilige Art und Weise
wirtschaftlich bestens abgesichert sind. Der Hintergrund der Krawalle - das
weiß, zumal in Griechenland jeder - ist die Annäherung der amtierenden
Regierung Karamanlis an Rußland, aufgrund vor allem (neben etlichen
Waffengeschäften) der Beteiligung Griechenlands an das
"Southstream"-Pipeline-Projekt, welche Pipeline die Ukraine, Rumänien und die
Türkei umgehen soll, heißt von den Usraelis und einiger deren treuesten
Vasallen nicht kontrolliert werden kann (siehe dieser Tage die einschlägigen
Ereignisse in der Ukraine). Da nun am Projekt nebst Griechenland sich auch
Bulgarien erfrecht hat daran teilzunehmen, bin ich mir 100%ig und unbesehen
sicher, daß hinter den Krawallen auch in BG die CIA und all die anderen
Verbrecher, Erpresser, Gangster, Agenten, Fünftkollonisten etc., und wie die
alle heißen, beteiligt sind, die sowohl GR als auch offenkundig auch BG, sowie
ja leider zurzeit auch alle anderen Länder in der ganzen sogenannten "freien
Welt" und "Wertegemeinschaft" der westlichen "Zivilgesellschaft" der Fall
ist..."

Merkwürdige Verschwörungsmeldungen - wa?

der unbequeme hat gesagt…

Hallo Andreas,

natürlich weiß ich noch, was ich zu Ihnen gesagt habe und stehe weiterhin dazu. Sie sollten jedoch keinen Vergleich anstellen zwischen dem, was ich schreibe und dem, was Sie schreiben. Ich schreibe ausschließlich gegen die m.M.n. unehrenhafte bis kriminelle ukrainische Führung, während negative Ausführungen gegen die Bevölkerung mir absolut fremd sind. Das Führung und das Volk ist nicht dasselbe, das belegen auch die Ihnen sicherlich bekannten Umfragewerte. Was Sie dagegen gemacht haben, war auf der Alltagsebene krampfhaft einen Unterschied im Volkscharakter der Ukrainer und der Russen finden und den anderen einreden wollen. Das ist etwas vollkommen anderes.

Meine Abneigung gegen die ukrainische Führung basiert auf Vertragsbruch und Erpressung, auf Verluste in Milliardenhöhe als Dank für die langjährige Unterstützung. Die Details, auf die Sie nicht eingehen, habe ich im Artikel ausreichend beschrieben. Dass die russische Öffentlichkeit, das russische TV und die russische Regierung, die weitaus mehr in Einklang mit dem Volk handelt, diese Ansicht teilen und aufgebracht sind, ist absolut legitim und berechtigt.

Die Memoranden von 2008 hat die Ukraine selbst zunichte gemacht, da sie die meisten Punkte, die darin für das laufende Jahr enthalten waren, nicht eingehalten hat. Soll ich das näher ausführen oder soll ich Ihnen die Peinlichkeiten ersparen?

Und noch etwas: dass sich zwei Länder nicht auf einen Preis einigen können, wie Sie hier vereinfachenderweise schreiben, darf GAR NICHTS mit dem Transit zu tun haben; der hat tabu zu sein. Die Ukraine bediente sich aber der Transit-Blockade als unerlaubtem Druckmittel. Und Europa bestärkt sie darin durch seinen fehlenden Durchblick und russophoben Reflexe. Eigentlich schreit diese Dummheit zum Himmel, da Europa sich selbst mitbestraft. Zum Glück wachen aber schon die ersten auf:

Ukraine blockiert sich ins Abseits

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,601263,00.html

Zum Abschluss für Sie ein ukranischer Witz von meinem alten Kiewer Schulkameraden:

Весна 2009. Ющенко сидит напротив своего портрета, за окном беснуется толпа, горят факелы...
* Ну вот видишь, - говорит Ющенко портрету, - снимут меня скоро......"
* Нет, - отвечает портрет, - Это меня снимут. А тебя - повесят.

Anonym hat gesagt…

In Vilnius gehts richtig rund!

Die korrupte, US-finanzierte und gelenkte Regierung schlägt dort gerade Massendemos gegen die Steuererhöhungen nieder!

US-Vasallen versteckt euch schonmal....

http://www.lrytas.lt/-12320975871230657382-p1-lietuvos-diena-prie-seimo-vyko-kruvinos-riau%C5%A1%C4%97s-policija-naudojo-a%C5%A1arines-dujas-ir-gumines-kulkas-su%C5%BEeista-apie-10-%C5%BEmoni%C5%B3-4-video-atnaujinta-16-val-46-min.htm

Veteran VDV hat gesagt…

Andreas Privet

Immer noch nicht verdaut was die boesen Russenkinder in der Moskauer Schule immer sagten?, oder woher diese Russophobie?

Andreas Solf hat gesagt…

@Alex

Auch ich kenne einen Witz:

- "А почему у вас парламент называется рада? Чему она рада?"
- "А тому рада, що не дума!"

Aber Spass beiseite, vielleicht kann man sich ja diese oder jene Position ernsthaft diskutieren? Hierzu darf ich Sie an einige Fakten erinnern, die Sie in Ihrem Beitrag übergehen oder nach meiner Auffassung falsch darstellen:
(1) Die Ereignisse, die in der Ukraine der "Orangen Revolution" (alberne Vokabel, aber zur Verständigung) vorausgingen, waren massiven Wahlfälschungen zugunsten des russlandfreundlichen Lagers, welches - wie später in einer kontrollierten Abstimmung bewiesen - damals nicht dem Wunsch des ukrainischen Volkes entsprach.
(2) Die Orange Seite wurde insbesondere NACH den Fälschungen vom Westen unterstützt, insbesondere aus den USA. Doch die Blau-Weißen erhielten gleichwohl Hilfe und Unterstützung beim den Fälschungen folgendem Wahlkampf, und zwar aus Russland.
(3) Juschtschenko war zu keiner Zeit eine gute Option für das Land. Aber das wäre für mich kein Grund für Hohn und Spott dem Westen gegenüber. Und Ihr Tigergleichnis stimmt einfach nicht.
(4) Für das Abdrehen des Gashahns gab es auf russischer Seite in der Ankündigung Millers und im Statement von Gazprom-Stellvertreter Medwedew zunächst andere Argumente, "Diebstahl" wurde später nachgeliefert, nachdem die offenen Rechnungen beglichen waren. Was bedeutet, dass der Konflikt zumindest Russland nicht ungelegen kam. Somit kann man das Abdrehen des Gashahnes als Versuch, den Westen gegen die Ukraine einzunehmen, werten.

Es ist im Übrigen viel unbequemer über alle vorgetragenen Argumente aller Seiten nachzudenken, als einseitig der Spur von vesti.ru zu folgen. Hier - im deutschsprachigen Umfeld - mag Ihre Meinung wohl etwas exotisch anmuten, aber - ich wiederhole mich in dieser Position gern - unbequem ist etwas anderes.

Oleg hat gesagt…

@Andreas Solf
Sehr geehrter Andreas Solf.
Ich merke, Sie sind auch der Meinung dass am Ende dieser Kriese das Gas doch strömen wird. Und zu den Shows, dieselben Shows werden auch in den Ukrainischen Medien veranstaltet. Natürlich ist es keine Ausrede für die (wie Sie es nennen) Shows Russlands, nur, heutzutage muss man es anscheinen können so etwas zu veranstalten und Russland hat es begriffen. Ich möchte jetzt nicht auf die anderen mit dem Finger zeigen, wie man sagt, man soll sich zuerst angucken. Im Gas-Konflikt wird meiner Meinung nach Russland vor allem Vertrauen Europas verlieren und das wird ein großer Verlust für Russland sein. Soweit ich es verstanden habe, zwei Länder können sich nicht nur über einen Gaspreis einigen, sonder auch über die Transitkosten. Und wenn ich es richtig verstehe, der Vertrag für Transit zwischen RU und UKR gilt noch bis 2010. Nun hat die ukrainische Regierung diesen Vertrag für nichtig erklärt, und ich hoffe Sie werden mir zustimmen dass es völlig absurd war von der ukrainischen Regierung. Das Gasprom einen zu hohen Preis anbietet sehe ich auch nicht ganz korrekt, aber die Ukraine hat ja eine Chance gehabt Gas für 250$ zu kaufen und hat es abgelehnt. Wenn ich es richtig verstehe, keiner kann bis jetzt nachweisen, wer zuerst Gas in Richtung Europa abgedreht hat (oder gibt es da schon Beweise?). Aber wenn ich nach meiner Logik nachgehe, dann hat Russland doch gar kein Interesse Gas für Europa abzudrehen. Fangen Sie jetzt bitte nicht mit solchen Aussagen: „Russland bereitet einen Angriffskrieg auf Ukraine und Europa“ dieser Schwachsinn wird in Deutschland verbreitert. In Massenmedien habe ich es bisher nicht herauslesen können, aber manche Kommentatoren sind tatsächlich fest davon überzeugt. (Der georgische und Polnische Präsidenten übrigens auch). Wenn Sie schreiben: “ Was bedeutet, dass der Konflikt zumindest Russland nicht ungelegen kam. Somit kann man das Abdrehen des Gashahnes als Versuch, den Westen gegen die Ukraine einzunehmen, werten. „ :-) Ich hoffe, Sie sind nicht ernsthaft dieser Meinung, ich finde diese Meinung falsch. Noch etwas, wenn ukrainische Regierung es ganz offen in einem Brief schreibt dass sie keine Hemmungen hat das Gas zu klauen, was meinen Sie wie soll Gasprom anders reagieren? Und soweit ich weis, gibt es Beweise (nicht nur von Russland dafür dass Ukraine bereits Gas illegal entnommen hat. Für Russland ist ein gutes Verhältnis mit Europa zumindest genauso wichtig wie die Ukraine, sonst würde sich Gasprom doch nicht so um das Gas für Europa kümmern, sonder nur sagen: „Alles läuft wie geplant“

Gruß

der unbequeme hat gesagt…

Hallo Andreas,

noch ein Witz:

- Петро, чи знаєш, як москалi зовуть наше пиво?
- Нi, як?
- Пiво!
- Повбивав би!

4) Sie scheinen ja etwas verwirrt mit dem Ablauf zu sein. Die Ukraine zahlte bis 31. Dezember ihre Schulden nicht, während der alte Liefervertrag noch Bestand hatte. Deswegen ist es klar, dass die Anschuldigungen bis dahin lediglich die Nicht-Bezahlung betrafen und Diebstahl bei der bestehenden legalen Bezugsmöglichkeit noch gar nicht vorhanden war. Allerdings haben die Russen bereits Mitte Dezember die EU gewarnt, die Lage könnte sich im neuen Jahr verändern und die Ukraine wird europäisches Gas abzapfen, weil sie keinen eigenen Liefervertrag hat. Damals reiste Timoschenko noch durch europäische Hauptstädte und versicherte überall, dass der Transit sicher ist. Naja, was soll man da noch kommentieren? Die Ukraine hat dann zwar am 31.12. die Schulden bezahlt (ohne freilich die vertragliche Verzugsstrafe i.H.v. 650 Mio. USD), hat aber im neuen Jahr bei ausbleibendem Eigenbezug sofort den Transit angezapft, woraufhin die Russen am 6.1. die Einspeisungen komplett stoppten. Die Anschuldigungen der Russen gingen einher mit der laufenden Enwicklung. Sie liegen mit Ihren Behauptungen daneben.

3) Der Westen hat den Hohn und Spott verdient, weil er jeden zu einem Demokraten ernennt, der gegen Russland ist. Dies ist eine hinreichende Qualifikation, vor allem in den Augen der amerikanischen Neocons. Und Europa zieht willenlos mit.

2) Die finanzielle Hilfe (=Einmischung) aus dem Westen war ungleich höher, das sah man allein schon an der Ausstattung, an Flugblättern, Fahnen, Schals, Zelten, Reisebussen, einem neu gegründeten Fernsehsender "der ehrlichen Nachrichten" (erinnert mich an Orwells Wahrheitsministerium).

1) Die ganze Situation im Herbst 2004 ist für mich überhaupt nicht so eindeutig. Wer hat die Wahlfälschungen festgestellt? Ein Gericht, das von Juschtschenko selbst im Machtkampf eineinhalb Jahre später für unrechtmäßig erklärt wurde. Und von westlichen Beobachtern, deren Unparteilichkeit mindestens genauso zweifelhaft ist, wie die der Gegenseite. Bei den knappen Ergebnissen damals kann man sich in Nichts sicher sein.

Doch selbst, wenn man hypothetisch annimmt, Juschtschenko hat damals verdient gewonnen: was hat das heute für eine Bedeutung, wo die Umfragewerte dieses Mannes bei 3% liegen und er das Land gegen den Willen der Mehrheit in die NATO zerren will? Wenn wir eine Momentaufnahme machen, dann kann man konstatieren, dass die Zustände in der Ukraine heute undemokratisch sind, da zwischen Führung und Volk ein tiefer Graben besteht. Man kann es auch Diktatur auf Zeit nennen, wobei ich nicht sicher bin, ob sich Juschtschenko die Macht im Herbst so einfach aus den Händen gleiten lässt...

PS: Ich habe festgestellt, dass während ich überwiegend versuche, auf Ihre Beiträge umfassend zu antworten, Sie die Mehrheit meiner Argumente unkommentiert lassen und sich selektiv einen kleinen Teil herausgreifen, der aus Ihrer Sicht angreifbar ist. Ich halte das nicht für eine angemessene Diskussionsführung.

Andreas Solf hat gesagt…

Na ja, - wir schreiben ja nicht nur für uns, sondern offenbar auch für andere. Für Mitleser.
Und wir haben damit begonnen parallel in verschiedenen Threads zu diskutieren, was die Geschichte schon de facto unübersichtlich macht.

Nun versuche ich mich auf das Wesentliche zu konzentrieren und das ist wohl in der Überschrift Ihres Artikels vorgegeben. So zu denken, halte ich für falsch. Der Anteil der EU am Versuch der Beeinflussung der politischen Meinung der Ukraine ist unendlich geringer, als der Amerikas. Wir sehen in einer ukrainischen Anbindung an die EU eher Probleme, als dass eine UA-Mitgliedschaft mit irgendwelchen geopolitischen Interessen gerechtfertigt wären. Schon das Thema "Polen in der EU" war für uns sehr lehrreich. Noch einmal: Jeder einzelne Punkt, von (1) angefangen, wäre einer seperaten Diskussion wert. Was schreiben, ohne unterstellt zu kriegen, man wiche aus? Dafür dass der Platz nicht reicht, sind wir beide Logiker genug.

Und: Beide Seiten (Russland wie Ukraine) versuchen die Medien für sich zu nutzen, was mir persönlich Objektivität deshalb schwer macht, weil wir in Deutschland nur russische TV-Stationen empfangen, keine ukrainischen. Deren Positionen kann ich daher nur im Internet finden. Und diese sind nicht immer klug vorgetragen, vor allem das, was sich hin und wieder das Sekretariat des Ukrainischen Präsidenten, insbesondere in persona Baloga leistet ("Palata Nr. 6").

Hier - im Blog - geht es aber um die "Medienlügen" die der Westen gegenüber Russland verbreitet, also wäre ukrainische Medienpolitik ohnehin ein anderes Thema.

Unser beider Streit ist ja wohl der, dass ich ein zielgerichtetes homogenes antirussisches Bild deutscher Medien nicht entdecken kann, - Sie es aber offenbar sehen.
Mangelnder Professionalismus, - ja! Eine gewisse Uninformiertheit, - ja! Garniert mit einer Ahnungslosigkeit gegenüber dem, was ich "russische Seele" nennen würde. Aber das ist nicht unbedingt böswillig von deutscher Seite, - vielleicht eher inkompetent. Im Gegenzug kann ich aber auch Ihren Link zur Bildzeitung nicht akzeptieren, denn das ist - wie wir alle wissen - das übelste deutschsprachige Revolverblatt und - notabene! - hat mit Journalismus nun überhaupt nichts zu tun.

Soviel der Einleitung. Nun - ich will nichts wegdrücken, will es mir nicht bequem machen - aber welcher Punkt ist nun der wichtigste? Spätestens nach einem zweiten von mir abgearbeiteten Punkt, wird es für die, die bloß einmal reingucken wollen, uninteressant. Ich nehme mir daher selektiv den ersten und den letzten Punkt des Geschehens noch einmal vor.

(1)Zur Show russischer Medien: Was ich damit meinte beschrieb ich andernorts:
http://asolf.spaces.live.com/blog/cns!D4999C016034BC92!15588.entry?sa=706097133

Ich habe im Übrigen einige Zeit darüber nachgedacht, zu dem was Oleg schrieb. Sehr viel Kluges. Sehr viel Richtiges ist in jenem Kommentar. Und vielleicht habe ich mich ungeschickt ausgedrückt. Aber: Der Konfikt mit der Ukraine wird - möglicherweise - auch als Gelegenheit wahrgenommen, die Regierung der Ukraine herabzusetzen (auf manche Worte hätte Putin verzichten können). Und nur nach jenem Gedröhn aus russischen TV-Stationen drängte sich mir der Eindruck auf, es könnte Russland unter anderem auch deshalb gefallen den Transit zu unterbrechen, weil man so hofft, dem Westen - endlich! - eine Ukraine dergestalt zu präsentieren, wie man sie in Russland sieht. Provozierend ist was ich schreibe. Vielleicht übertrieben. Aber im Waesten wird nun einmal das erstarkte Russland nicht so wahrgenommen, wie es sich selbst sieht. Die Interpretation könnte auch eine andere sein, Fakt ist: Die russische Reaktion auf den Gastransit, das Abschalten der Hähne ist unverhältnismäßig.

(2) Und - ausgewählt, gebe ich zu, aber nicht aus Bequemlichkeit - zurück zum Anfang der Geschichte. Vor den damals gefälschten Wahlen kursierte in Kiew der Witz: "Für wen werden sie stimmen, - für Juschtschenko oder für den zukünftigen Präsidenten?"
Ich selbst hatte die Gelegenheit in die Wählerlisten unseres Wohnbezirkes einsehen zu können und sah "die toten Seelen", wie auch diejenigen, die gegen Bezahlung vorm Wahllokal "Karussell" spielen wollten. Und einiges mehr war an jenem Tag geschehen, worüber es auch Dokumentationen gibt. Wir sind jedenfalls in jener Nacht spontan auf den Maidan. Sie fragen: "Wer hat die Wahlfälschungen festgestellt?" und ich antworte Ihnen: "Ich, meine Frau, die Freunde, Verwandte, ..."

Der Treppenwitz der Geschichte: Wenn jene ersten Wahlen nicht so plump gefälscht wurden wären, wäre Juschtschenko möglicherweise gar nicht erst an die Macht gekommen. Die ehrlich abgegebenen Stimmen hätten wahrscheinlich knapp für Janukowitsch gereicht. Aber die primitiven Fälschungen waren das eigentlich Polarisierende und trieb wenig später dem Orangen Lager Stimmen zu.

Gondoschir(at)aol.com hat gesagt…

***"Wer hat die Wahlfälschungen festgestellt?" und ich antworte Ihnen: "Ich, meine Frau, die Freunde, Verwandte, ..."***

Natürlich!!!
Ein Wahlergebnis, welches komplett neben den eigenen Erwartungen liegt, da muss es einfach Manipulationen gegeben haben. :-))))))))))

Veteran VDV hat gesagt…

Jaja, gefaelscht wurde damals was das Zeug haelt. Um "Orange" an die Macht zu pushen vermutlich sogar Telefonmittschnitte den Fall Gongadse betreffend, denn deren Echtheit konnte nie 100% bewiesen werden. Was denken Sie Andreas, haben die Jungs in Langley geschlampt?, sowas kann doch heute jeder DJ besser?

Anonym hat gesagt…

@Der Unbequeme,
vielen Dank auch für diesen wirklich guten Beitrag!
Iris

der unbequeme hat gesagt…

@ Andreas

Ihre Behauptung, Sie hätten damals die Wahlfälschung festgestellt - war die als der nächste Witz aus unserer Reihe gedacht? Was Sie dort gesehen haben, war die bessere Vorbereitung und die bessere Bus-Logistik des westlichen Teils des Landes. Ich kann mich noch an die ganzen Schriftzüge wie "Kolomyja", "Drogobytsch", "Riwne" und "Terebowlja" erinnern. Alles zum nötigen Zeitpunkt angekarrt, um die strategischen Punkte zu besetzen. Soviel zur Spontanität und dazu, dass die amerikanische Hilfe offenbar nicht nur finanziell, sondern auch strategisch war.

Den Witz mit dem Bier haben Sie in Ihrem Blog wieder mal komplett fehlinterpretiert. Leider habe ich keine Windows-ID, um es dort klarzustellen, daher hier. Es zeigt sich wieder mal der typische Unterschied zwischen Menschen, die das Glas als halb voll und denen, die es als halb leer sehen. Sie sehen in einem einzigen Lautunterschied eine Unterstreichung der Differenzen, dabei nimmt der Witz vor allem die kleinkarierten ukrainischen Nationalisten aufs Korn, die sich dermaßen in solche geringen Unterschiede reinsteigern, dass das für sie ein Haß- und Tötungsgrund ist.

PS: Ukrainisches Чи, genauso wie polnisches Czy, dient dazu, eine Frage einzuleiten. Mockieren auf wackeligen Wissensterrain ist meistens ein Eigentor. Passiert Ihnen leider häufiger...

Veteran VDV hat gesagt…

Zitat der unbequeme:

"Mockieren auf wackeligen Wissensterrain ist meistens ein Eigentor. Passiert Ihnen leider häufiger..."

q.e.d.

Andreas S hat gesagt…

Danke, dass Sie mich besucht haben!
Wobei wir uns in der Tat unterscheiden, mein Thema soll nicht Weltpolik sein, sondern es ist und bleibt ein Gedankenjournal. Und ich habe auch stets den Mut zuzugeben, wenn ich mich irre, oder aufgrund irgendwelcher neuen Erkenntnisse die Meinung ändere. Damit brauche ich nicht so verbissen zu sein, kann mir auch hin und wieder einen Scherz erlauben.

Im Übrigen verehre ich Sie auch ein bisschen, sonst würde ich hierfür nicht so viel Zeit verwenden.

Mit der Live-ID tut mir leid, ist nicht meine Erfindung sondern die von Microsoft, nach (!) zwei Jahren bereits geführten Weblogs. Ich sollte wohl umziehen. Wenn Sie aber kommentieren möchten - das wäre schön - schicken Sie mir einfach eine E-Mail asolf@msn.com und ich stelle den Kommentar unverändert zum Text.

Was halten Sie übrigens davon, wenn wir einmal gemeinsam einen Artikel schreiben, vielleicht zweispaltig, sie Ihre, ich meine Position? In aller Höflichkeit.

Freundlichst
S.

(Ich kann es mir einfach nicht verkneifen und trage augenzwinkernd nach: Mitten im Satz leitet man normalerweise keine Sätze ein. In keiner Sprache der Welt. Es war wohl eher ein Tippfehler und ich hätte den nicht mokieren brauchen)

Anonym hat gesagt…

Russische Experten prophezeihen Untergang Russlands:


http://ingria.info/?lenta&news_action=show_news&news_id=4231

Poli-tik hat gesagt…

Drehbuch: Man nehme mal an....

...der Westen hat Pläne bezüglich Russland und die "Verleihung" dieses Preises ist eines der Elemente auf dem Weg der Realisierung dieser Pläne.

Der Sinn dieses Unternehmens besteht darin, die öffentliche Meinung so weit zu "formen", dass bestimmte Sanktionen in Bezug auf Russland eingeführt werden können. Der Westen bereitet methodisch Provokationen, wie z. B. bezüglich das "Abschießen" von Reportern, des Drucks auf sog. "Opositionspolitiker", das Initiieren von internationalen Konflikten usw., um den Russen dann die Schuld an allen denkbaren Sünden dieser Welt zur Last zu legen.

Der Westen vermittelt also dem Bewusstsein der Massen, dass Russland eine Bedrohung für die Demokratie, die Wort- und Meinungsfreiheit und überhaupt für die ganze Welt darstellt. Russland ist = Imperium des Bösen und alle Einwirkungsmethoden sind gerechtfertigt - gewaltsame eingeschlossen. Russland ist nicht lebensfähig und das beste Schiksal für das russische Volk ist die Aufteilung in Regionen.

Das Finale des vorliegenden Drehbuchs - die Wahlen, an die die Bevölkerung des Landes in einem Zustand des "kochenden Teekessels" rantreten soll. Es ist natürlich notwendig, "Situationen" zu schaffen, bei dessen Lösung jede Entscheidung der regierenden Macht falsch oder verliererisch sein wird. Mehr noch, bei der Vermehrung der "Situationen" wird vorgeschlagen ab und an Lügen in den Prozess einzubringen, welche bei der inzwischen gebildeten "öffentlichen Meinung" als reine Wahrheit aufgenommen werden.

Anonym hat gesagt…

Man beachte auch wie verblüffend schnell die Gaskrise aus der Berichterstattung verschwunden ist, nachdem Putin und Timoschenko die Verträge unterzeichnet hatten. Keinerlei weitere Details zu den Verträgen oder Abkommen wurden seit dem geliefert. Lediglich hier und da ein Zweizeiler. Dies zeigt eindeutig, dass der Inhalt wohl für bestimmte Mediengruppe mehr als unbequem ist und Russland wieder Recht behalten hat und sich gleichzeitig duchsetzen konnte.

ZBig hat gesagt…

Die Sache ist eigentlich ganz einfach. Die westliche Welt hat Russland und die Slawen schon immer als Abschaum angesehen. Dass dieser Abschaum so viele Rohstoffe hat gefällt manchen nicht. Nicht umsonst wurden so viele Versuche unternommen, Russland zu unterwerfen. Zbigniew Brzezinski möchte die Russen vernichten, indem er sie in einen Konflikt mit China hineinzwingt. Den Chinesen mit ihren 1,5 Milliarden Menschen könnte tatsächlich das gelingen, woran die europäischen Eroberer jahrhundertlang gescheitert sind. Nebenbei wird China seine erdrückende Menschlast los.

der unbequeme hat gesagt…

Hallo Andreas,

schön, dass Sie sich wegen der Чи-Geschichte erkundigt haben. Ihren Mut zur Selbstkorrektur kann ich bestätigen und weiß sehr zu schätzen :)

Ja, Ihren Vorschlag eines gemeinsamen Beitrags finde ich sehr gut! Haben Sie schon eine Idee zum Thema? Ich denke, es ließe sich sicherlich etwas Interessantes finden, wo wir uns in unseren Ansichten gegenseitig komplettieren können.

Schönen Gruss!

Andreas S hat gesagt…

Wir sollten uns einen konkreten Artikel vornehmen, - aus dem Tagesspiegel oder der NZZ. So unterschiedlich sind wir gar nicht in Bezug auf den deutschen Journalismus, wenngleich auch mit unterschiedlichen Denkstrukturen in Bezug auf die Motivation der Journaille. Wir sollten aber besser mailen. (asolf@msn.com)
Ich habe wirklich bereits eine Idee.

rossijskajafederazija hat gesagt…

Geschätzter Bloggerkollege !

Einleitend, mein herzlicher Glückwunsch zum gelungenen Artikel. Ich habe ihn mit Genuss gelesen - auch die sich anschließende Diskussion.

Der Spruch "Mockieren auf wackeligen Wissensterrain ist meistens ein Eigentor. Passiert Ihnen leider häufiger..." hat inzwischen in Internet und Blogosphäre eine Popularität und einen Bekannheitsgrad erreicht, der (fast) nur noch von "Keiner hat die Absicht eine Mauer zu errichten" getoppt wird ... ein Spruch von Herrn Solfs geistigem Vater Walter Ulbricht.

Dennoch, ein Wermutstropfen bleibt ! Besonders weil ich mich nicht mit fremden Federn schmücken will.

Auf Ihrem Blog kommentierte, zu Ihrem Artikel, ein Gast namens "Veteran VDV". Von seinem üblichen wackeligen Wissensterrain geht Herr Solf nun davon aus, dass Herr "Veteran VDV" mit mir identisch ist. Und schießt promt wieder ein Eigentor.

Da Herr Solf sich, wie so häufig, erneut als unbelehrbar erweist, habe ich nun folgende fromme Bitte.

Der "VDV Veteran" ist mir persönlich bekannt, dürfte per IP-Adresse deutlich von mir zu unterscheiden sein.

Schließlich liegen geographisch mehrere hundert Kilometer zwischen ihm und mir.

Ich wäre Ihnen sehr zu Dank verbunden, könnten sie per kurzem Kommentar, bestätigen, dass Herr "VDV Veteran" und ich nicht identisch sind. Ich versichere Ihnen auch gerne an Eides statt, dass ich nicht extra in die Ukraine verzogen bin - und wieder zurück nach Deutschland - um auf Ihrem Blog mit unterschiedlichen Namen zu kommentieren.

Mit kollegialem Gruß und Dank

Heribert Schindler

Anonym hat gesagt…

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Anonym hat gesagt…

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Anonym hat gesagt…

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Anonym hat gesagt…

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