Donnerstag, 17. Mai 2007

Das Alte Europa vor dem Scheideweg

Kurz vor dem EU-Russland-Gipfel in der russischen Stadt Samara ist man sich in der westlichen Presse quer durch die Bank darüber einig, dass die Beziehungen zwischen den beiden Seiten sehr kühl und angespannt sind. Die meisten geben dafür reflexartig Russland die Alleinschuld. Und es liege auch allein an Russland, die derzeitige Situation zu korrigieren. So schreibt beispielsweise Ulrich Speck im Weblog von "Die Zeit", Putins fehlende Zugeständnisse seien ein Zeichen dafür, dass er kein Interesse an einer Annäherung mit der EU habe. Der Journalist Paul Schulmeister vermutet in "Die Presse", Putin nütze die äußere Anspannung innenpolitisch. Keiner scheint auf die Idee zu kommen, dass auch die EU zur Entspannung beitragen könnte, indem sie ihren Teil des Störpotenzials abbaut.

Drei der wichtigsten derzeitigen Reibungspunkte bestehen in der europäischen Unterstützung der pietätlosen estnischen Totengräber und ihrer Unterdrückungspolitik gegenüber der russischen Minderheit, im polnischen Gammelfleisch, das mit gefälschten Papieren nach Russland abgeschoben wurde und in der europäischen Hysterie rund um russische Energielieferungen. Eine Hysterie, die seit den kurzzeitigen russischen Konflikten mit der Ukraine und Weißrussland Wellen schlägt, als ob sie gezielt nicht sehen wollte, dass hier Sonderfälle der postsowjetischen Wirtschaftsbeziehungen begraben wurden und die Entkopplung des Transits von den bilateralen Liefervereinbarungen gerade den Europäern zugute kam. Seitdem bläst Europa verstärkt ins Horn der Diversifikation und sorgt bei den Russen für Vertrauensverlust, dessen Ausdrücke wie der stärkere Blick nach Ostasien, in Europa wie eine selbsterfüllende Prophezeiung in Bestätigungen russland-skeptischer Sichtweisen uminterpretiert werden.

Beim genauen Hinschauen erweisen sich die Streitpunkte jedoch weniger als west-, als vielmehr osteuropäisch verursacht. Der revanchistische und unreife Umgang der Neu-Europäer mit der Geschichte, die sie zum Hauptinhalt ihrer Russland-Politik machen, steht im deutlichen Kontrast mit dem ausgewogenen Verhalten der etablierteren europäischen Nationen. So könnten sich beispielweise die Esten eine Scheibe Weisheit abschneiden, wenn sie ins benachbarte Bruderland Finnland schauen würden. Das betrifft sowohl die Trennung der Tagespolitik von der dort ebenfalls schwierigen gemeinsamen Geschichte mit der Sowjetunion, als auch den Umgang mit Minderheiten und sprachpolitischen Fragen. Die Polen könnten ebenfalls aufhören, Russland unentwegt zu dämonisieren und anfangen, westeuropäische Modelle der historischen Aussöhung und Vorteile, die sich daraus ergeben, genauer zu studieren. Auch sollten sie ihre primitive, doch unterbewusst sehr zähe, goebbels'isch anmutende Anschauung aufgeben, dass Menschen umso hoffnungs- und wertloser sind, je weiter sie im Osten leben, weshalb man ihnen auch problemlos Gammelfleisch unterschieben kann, das man selbst verabscheut. Auch in den Fragen der Energiepolitik sind es die "neuen Europäer", die am Lautesten über eine Bedrohung durch Russland schreien. Die Polen und die Balten versuchen nach Kräften, den Bau der geplante Ostsee-Pipeline zu torpedieren und alternative Routen zu konzipieren, was ihnen bisher allerdings nicht gelingt. Man hat jedoch den Eindruck, dass je erfolgloser sie in ihren Unterfangen sind, desto schärfer sie ihre russland-feindliche Haltungen in die europäische Energiepolitik einbringen.

Der Fehler der Westeuropäer liegt indes darin, dieses zügellose und unkluge Verhalten zu tolerieren. Erst langsam dämmert es einigen Politikern, welch einen Bärendienst sie sich erwiesen haben, als diese destruktiv eingestellten Geringpotenzialländer in die EU aufgenommen und mit politischem Gewicht ausgestattet wurden. Dieses Gewicht wird heute in erster Linie zur Blockade langjähriger europäischer Russland-Politik eingesetzt. Bisher praktiziert das "Alte Europa" noch eine falsch vestandene Solidartität mit der unreifen Politik der neuen Mitglieder. Doch es wird sich mit der Zeit immer deutlicher die Frage stellen, ob es das wert ist, die lebenswichtigen Beziehungen zu Russland von ihnen manipulieren zu lassen. Europa muss seine Interessen abwägen und eine historische Wahl treffen. In der einen Waagschale liegt das fortgesetzte Geiseldasein in der Hand der Osteuropäer und ihrer amerikanischen Mentoren, und in der anderen eine deutliche Zurechtweisung und Disziplinierung destruktiver Kräfte zugunsten einer freien und profitablen Außenpolitik.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

der iwan hat zu lernen, daß er sich nicht alles erlauben kann.
wann gehst du, kleiner iwan, zurück in dein paradies?? lebt es sich gut im bösen bösen westen? auf unseren kosten zu leben und nichts leisten außer zu kritisieren. aber parasitäres verhalten kennt man schon von deinesgleichen. alle sind gleich.
daß der iwan hier nicht weg will ist auch verständlich, hier ist der kleine iwan kein armes straßenkind wie in russland nicht wahr.

Andreas hat gesagt…

Ich halte nichts von solchen anonymen Kommentaren und "kleiner iwan" ist eine Andeutung, die an Zeiten erinnert, die längst vorbei sind.
Und: Wer schon kritisiert, sollte wenigstens ein bisschen der deutschen Sprache mächtig sein. Oder sollte der Kommentar unter Alkoholeinfluß zustanden gekommen sein?
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Ich bin auch inhaltlich nicht einverstanden, sage dies bei Gelegenheit auch, - ABER NIE SO!

Anonym hat gesagt…

Genau die Einstellung des Menschen, der den ersten Kommentar geschrieben hat, macht es der Welt so schwer, friedlich und harmonisch MITEINANDER zu leben. Er/Sie diskreditiert sich und nicht den "kleinen Iwan". Mögen solche Leute nachdenken, was wirklich wichtig ist auf der Welt und zur Besinnung kommens. Das kann ich uns allen nur wünschen.

Robert hat gesagt…

This is one of the causes of war. Russia a strong country. If there is a discrimination, it would probably led to war. Pride is the reason.

Debbie Spencer hat gesagt…

According to my knowledge, Rasia is really a very strong country with respect to its economical and educational point of view.If there is a discrimination, then it could surely led to the War.

Anonym hat gesagt…

A wide fitness program tailored to an solitary will probably pinpoint on anecdote or more delineated skills, and on age-[3] or health-related needs such as bone health.[4] Innumerable sources[citation needed] also cite loony, sexual and emotional health as an substantial purposes of all-inclusive fitness. This is again presented in textbooks as a triangle made up of three points, which impersonate true, sentimental, and mental fitness. Incarnate good shape can also prevent or investigate multifarious chronic well-being conditions brought on past unhealthy lifestyle or aging.[5] Working unconfined can also help people saw wood better. To stay robust it is notable to preoccupy in actual activity.
Training

Unequivocal or task-oriented [url=http://www.pella.pl]fitness[/url] is a living soul's power to depict in a definite activity with a reasonable expertise: seeking case, sports or military service. Spelled out training prepares athletes to perform stream in their sports.

Examples are:

400 m sprint: in a sprint the athlete requirement be trained to master-work anaerobically from one end to the other of the race.
Marathon: in this case the athlete must be trained to being done aerobically and their endurance ought to be built-up to a maximum.
Scads blazing fighters and the cops officers subject oneself to regular fitness testing to end if they are qualified of the physically hard tasks required of the job.
Members of the Partnership States Army and Army National Convoy have to be able to pass the Army Material Competence Check-up (APFT).