Sonntag, 27. April 2014

Ein Kalter Krieg 2.0 kommt dem Westen nicht ungelegen

Infolge des Maidan-Umsturzes haben sich die Beziehungen des Westens und Russlands beinahe auf das Niveau des Kalten Krieges abgekühlt. Fast täglich ist von neuen Sanktionsdrohungen gegen Russland zu hören, begleitet von schamloser Schuldumkehr in den Medien. Obwohl bislang keine stichhaltigen Beweise für die russische Beteiligung am Aufstand in der Ostukraine vorgelegt wurden (die "Beweisfotos", die bis jetzt veröffentlicht wurden, waren an Lächerlichkeit kaum zu überbieten), soll Russland trotzdem wie ein Schulbube bestraft und an der Eskalationsschraube weitergedreht werden.
US-Vize Joe Biden fühlt sich im Sitz des ukr. Premiers wohl

Dabei ist nichts davon bekannt, dass Russland die Rebellen mit Milliardensummen unterstützt, wie es etwa US-Politikerin und Maidanpilgerin Victoria Nuland in Bezug auf die Oppositionsparteien und NGOs zugegeben hat, die hinter dem Maidan-Umsturz standen. Kein Politiker der Russischen Föderation fuhr zu den Barrikaden in Donezk und Slawjansk und rief die Aufständischen zu verstärktem Kampf auf, obwohl es im Grunde um die Angehörigen desselben Volkes und den Kampf um ihre Rechte handelt. Die Amerikaner interessieren sich weder für Fakten, noch dafür, dass die Bewohner der Ostukraine auch ohne Russland ausreichend eigene Gründe und Motivation haben, die Zentralregierung abzulehnen.

Russland soll nach Darstellung der Amerikaner für die Nicht-Umsetzung der Vereinbarungen von Genf bestraft werden, während die Nicht-Umsetzung seitens der Kiewer Regierung entweder völlig ignoriert wird oder unter fadenscheinigen Begründungen heruntergespielt wird. So erklärte etwa Sprecherin der US-Regierung Jennifer Psaki, die Maidan-Besetzer von Gebäuden in Kiew hätten dazu eine Lizenz. Der bewaffnete ultranationalistische Rechte Sektor gehört nach Ansicht der USA und der Kiewer Junta nicht mehr zu den illegal bewaffneten Gruppierungen, da er in den letzten Wochen hastig als neue Nationalgarde umfirmiert wurde. Dass dieser Trick aus der Sicht der russischsprachigen Ostukrainer, die Angst um ihre Sicherheit haben, überhaupt keinen Unterschied ausmacht und sie deswegen die Waffen nicht ablegen werden, ist den Falken in Washington und Brüssel völlig schnurz. Sie sind nicht an tragbaren und fairen Lösungen, sondern an der bedingungslosen Aufgabe des Gegners, alternativ aber auch an der Eskalation interessiert.

Das Recht, für die eigenen Interessen und Freiheit einzustehen, das bei den Maidanisten in Kiew unterstrichen wurde, soll offenbar nicht im selben Maße für die Ostukrainer gelten. Dabei gingen diese monatelang friedlich auf die Straße, um für eine Föderalisierung des Landes und die Gleichberechtigung der russischen Sprache zu protestieren. Auf der bedingungslosen Unterstützung des Westens bauend, haben jedoch die neuen Machthaber von Kiew jeglichen Dialog mit diesen Menschen verweigert und trugen maßgeblich zur Radikalisierung bestimmter Schichten in der Ostukraine bei. Dabei setzt sich auch heute die große Mehrheit noch nicht für eine Abspaltung, sondern für eine legitime Föderalisierung ein. Ohne einen Dialog und mit zunehmender Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage riskiert Kiew jedoch eine weitere Verschärfung der Proteste und der Forderungen. Die USA denken aber nicht daran, Kiew zu einer konstruktiven Lösung zu drängen, und glänzen stattdessen durch Doppelmoral, wenn sie heute von einem Recht auf Gewalt durch den Staat sprechen, das sie Janukowitsch zuvor strikt absprachen.

Die EU lässt sich im geopolitischen Spiel der USA gegen Russland willfährig vor den Karren spannen. Dabei übersieht man jedoch, dass das gleichzeitig ein Spiel der USA gegen Europa ist. Gegen die langsam zur Neige gehende Vormachtstellug ankämpfend, setzen die USA mit dem Maidan-Putsch und der verbalen Aufrüstung einen ausgeklügelten Keil zwischen Russland und Europa an, um beide Seiten gleichzeitig zu schwächen. Dabei haben sie selbst kaum etwas zu verlieren, denn ihr eigenes Handelsvolumen mit Russland umfasst lediglich 26 Milliarden US-Dollar. Im Gegesatz dazu beträgt das Handelsvolumen zwischen der EU und Russland 370 Milliarden US-Dollar. Wirtschaftliche Sanktionen und ein politischer Winter zwischen Europa und Russland würden vor allem diese beiden Akteure schwächen, während die USA ihre Vormachtstellung in Europa festigen könnten.

Der einzige Vorteil für die europäischen Eliten aus dem neuen Kalten Krieg mit Russland ist eine vorübergehende politische Rekonsolidierung der krisengeplagten Europäischen Union und eine Reanimation der europäischen Einheitsrhetorik. Die handfesten Einbußen durch eine neue politische Spaltung des Kontinents sind jedoch in Wirklichkeit schwerwiegender. Dass die USA mit all ihren Waffenlobbyisten den Kalten Krieg 2.0 vorantreiben, ist nicht verwunderlich. Verwunderlich ist jedoch, dass sich die europäische politische Elite wie amerikanische Statthalter aufführt, anstatt an das langfristige Wohl ihrer Völker zu denken.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Echt oder Fake? Was glauben Sie?
https://www.youtube.com/watch?v=Tdj24-pWnzc

der unbequeme hat gesagt…

Dass man das Seil am Hals nicht direkt sieht, kann auf eine Inszenierung hindeuten, bei der das Seil in Wahrheit unter den Achselhöhlen verläuft.

Ich glaube aber schon, dass der Rechte Sektor zu solchen Verbrechen absolut imstande ist, ob das nun echt ist oder nicht. Ebenso glaube ich, dass unter der jetzigen Regierung niemand ein Interesse an der Aufklärung der Untaten des Rechten Sektors hat.

Ben hat gesagt…

Die USA haben es bereits geschaft mit den US basierten Ratingagenturen diverse EU Länder in den Bankrott oder beinahe Bankrott zu treiben. Länder die zwar hoch verschuldet, aber nicht übermässig hoch verschuldet waren und zudem ihre Schulden bzw. die Kredite immer ordentlich bedient haben... Beinahe ganz Europa hat sich durch die propaganda der "faulen Griechen" beirrenlassen und bis heut enicht gemekrt das im gleichen Atemzug IMF gesandte vor Demokratisch gewählte Regierungen gespannt wurden. Diese haben dem bereits geplünderten Volk noch das letzte Hemd vom Leib gerissen...Schlecht war bestimmt die Korruption, diese ewige unseelige Verbindung zwischen privaten Akteuren und ihren Profitvorstellungen und Staatlichen Akteuren welche diese Vorstellungen in verbindliche Gesetze einbringen... Man mag davon halten wa sman will, die unseelige Einmischungd er USA in EU Belange stört immer mehr. Es entsteht der Wunsch, der bedarf endlich wieder eigene Entscheidungen die dem europäischen Kulturkreis entsprechen fällen zu können. Die unreedliche Kriesgtreiberei und internationalisierung ja globalisierung des Militärs muss gestoppt werden und durch eine echte Politik der Dialoge ersetzt werden.

Anonym hat gesagt…

In der Ukraine wird, denke ich, kein größeres Leid passieren. So schlau sind die, dass sie sich nicht dazu bringen lassen, aufeinander zu schießen.
Der Hauptkriegsschauplatz ist dort, wo China und Russland den Dollar versenken. Deshalb ja auch das große Bohai in der investigativen Qualitätspresse.

Fabi hat gesagt…

@Vormann

In Kramatorsk sollen bereits Söldner aktiv sein. Die verstehen nur paar Brocken russisch. Für 500 Dollar am Tag knallen die jedem ohne zu zögern eine Kugel in den Kopf.

https://www.youtube.com/watch?v=zkboMhJuJxA#t=54

N1.1 hat gesagt…

Hier noch mehr US-Söldner, frisch aus dem Schlachthaus Irak eingeflogen, bewegen/gehen auch ganz anders als Russen oder Ukrainer.

https://www.youtube.com/watch?v=2BTc4qldAMU

https://www.youtube.com/watch?v=Ezna6KVd0GM

https://www.youtube.com/watch?v=xQeWGHIHHqE

https://www.youtube.com/watch?v=twyNQCDyJV4

Anonym hat gesagt…

Wenigstens einen Freund hat Putin noch...

http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-krise-gerhard-schroeder-feiert-mit-wladimir-putin-geburtstag-a-966641.html