Sonntag, 10. August 2008

Das Toben der Goebbels-Erben #2

Wenn die Bild-Zeitung unter Mißachtung von 2000 Artillerie-Opfern in Zchinvali am Tag der georgischen Invasion mit der Schlagzeile "Russen töten auch viele Frauen und Kinder" aufwartet, dann ist es angesichts des Seriositätsgrads dieses Blattes noch bei Seite zu schieben. Wenn jedoch die britische The Times, die angeblich renommierteste und traditionsreichste Zeitung des Landes, mit dem Titel "Flucht und Schrecken vor Angesicht der Roten Armee" ankommt, dann kann man den westlichen Journalismus getrost in den persönlichen inneren Mülleimer schmeißen.

Eine kleine Sammlung der Schlagzeilen:

* Tausende Georgier fliehen aus Angst vor russischen Invasoren (Spiegel). 30.000 Flüchtlinge im russischen Nordossetien waren zuvor natürlich eine vergleichbare Schlagzeile nicht wert.
* Russland will den Krieg (Sueddeutsche Zeitung)
* The West can no longer stand idle while the Russian bully wreaks havoc (The Guardian)
* Russlands Krieg gegen den Westen (Der Standard)
* Russland brüllt wieder (N-TV)

Eine kleine Sammlung der Wiedergabe-Praktiken:

O-Ton Putin: "Georgien will in die NATO, um andere Länder in seine blutigen Abenteuer reinzuziehen".
Der Spiegel: "Putin droht der NATO".

O-Ton Putin: "Dafür, dass Saddam Hussein einige Schiiten-Dörfer ausgelöscht hat, hat man ihn erhängt, während die aktuellen georgischen Machthabenden, die mit ihren Panzer Kinder und Greise zermalmten und Menschen lebendig in ihren Häusern verbrannten, unter Schutz genommen werden".
Die Welt: "Putin vergleicht Georgien mit Irak".

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Und das schon seit Jahrzehnten!

Vilhelm Konnander hat gesagt…

Warum verwenden Sie eigentlich so eine Titel für Ihre Artikel? Was und wie westliche Media rapportieren aus dem Kriege ist so eine wichtige Sache, dass solche Angriffe wie Ihre Titel kaum zur Selsbstkritik führt. Verscheidungen mit Goebbels sind einfach nicht gut wenn mann eine Diskussion haben will, ebenso wenn es um was wichtiges geht.

rossijskajafederazija hat gesagt…

Warum verwenden Sie eigentlich so eine Titel für Ihre Artikel?

Herr Konnander, dieser Witz war wirklich gut ! Besonders aus Ihrem Munde. Erzählen Sie doch bitte noch einen !

W.M. hat gesagt…

Wenn wir schon beim Spiegel sind....
Beängstigend, jetzt zeigt der Spiegel sein wahres Gesicht.
Nun heisst es in der Schlagzeile nicht mehr dir russischen Truppen, nein, jetzt sind es "Die Russen". Morgen ist es die "Vergewaltigerhorde" und das gleiche Muster, ein Bild das an die Gefühlsseite appeliert eine Schlagzeile die Aggresion seitens "Der Russen" unterstellt und im kleingedrucktem dann "laut dem georgischen Präsidenten". Das zieht sich wie ein roter Faden durch die deutsche Presse, sogar im öffentlichen Rechtlichen.

Anonym hat gesagt…

Warum verwenden Sie eigentlich so eine Titel für Ihre Artikel?

Ich denke das diese Überschrift das Problem nicht einmal in aller Härte trifft. Die Berichtertstattung, in den bundesdeutschen Massenmedien, hat so den Stil des "Stürmers" und erinnert mich an "seit heute früh 05: ....Uhr schießen wir zurück ...!"
Damit Herr Konnander kämen wir der Sache viel näher. Da gibt es so ein schönes geflügeltes deutsches Sprichwort:"Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil!"

MfG.
Uwe

Anonym hat gesagt…

Die Westmedien sind einfach hohl und sollten verboten werden. Die Stecken alle unter einer Decke.

Anonym hat gesagt…

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