Freitag, 29. August 2008

Die Wunden von Zchinvali

Ein Film vom russischen Reporter Anton Stepanenko, der sich während des georgischen Angriffs in der Stadt aufhielt und das Leid der Zivilbevölkerung dokumentierte. Im westlichen TV wurde all das nicht gezeigt. Stattdessen gab's zu genüge Bilder von ein und demselben beschädigten Haus in Gori...



Georgische Truppen bei der Invasion Zchinvalis. Man hört georgische Schreie: "Zielt auf die Dächer und setzt die Häuser in Flammen. Benutzt die Ammunition sparsam. Wählt eure Ziele und gebt zwei-drei Schüsse ab."



Die Fakten lassen sich offenbar doch nicht verbergen:
OSZE-Beobachter machen Georgien schwere Vorwürfe

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schauen Sie mal auch hier rein, ein interessanter und Merkel-kritischer "Panorama"-Beitrag vom 28. August:
http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2008/panoramageorgien100.html

Anonym hat gesagt…

Entschuldigen Sie, dass ich es so harsch ausdrücke. Aber das sind ganz offensichtlich russische Propagandalügen. Oder zumindes liegt der Verdacht sehr sehr nahe.
Gibt es in Russland überhaupt eine freie, kritische Presse? Einige Journalisten wurden schon mundTOT gemacht, wir hier im Westen bekamen übrigens nur die allerprominentesten Mordfälle an kritischen Journalisten mit.

Angesichts dieser Tatsache erscheint es mir wie blanker Hohn, wenn Sie einen Clip aus russischer Produktion hier so unkritisch reinstellen.

Wir sollten doch wohl noch am ehesten Menschenrechtsorganisationen und UNO Glauben schenken. Und nach denen sieht die Realität ganz anders aus, als es das russische Propaganda versucht uns aufzutischen.
vgl. etwa http://www.heise.de/tp/blogs/8/115130

-rector

der unbequeme hat gesagt…

Im Gegensatz zu Ihnen kenne ich russische Medien direkt und kann beide Seiten vergleichen. Zwar sind die russischen Medien auch einseitig, doch damit unterscheiden sie sich damit überhaupt nicht von den westlich. Und im Gegensatz zu den westlichen, haben die russischen auch keine Angst, die Gegenseite zu zitieren. Ein durchschnittlicher Russe ist über die "Argumente" des Westens weitaus besser informiert, als ein Westler über die Motive der Russen.

Wieso sollte ich diesen Clip hier "kritisch" reinstellen? Das ist doch mittlerweile eine Obsession, dass man alles Russische zu kritisieren hat. Die Aufnahmen sind absolut echt. Echte Hausruinen, echte Schüsse, echte Panzerwracks, verletzte und verbrannte Menschen.

Können Sie es einfach nicht wahrhaben, dass sich etwas nicht in Ihr beschränktes schwarz-weißes Weltbild einfügen lässt?

Anonym hat gesagt…

Ich habe hier nicht russische und westliche Medien einander gegenübergestellt, sondern russische oder westliche Berichte den Berichten unabhängiger Organisationen. Und die sprechen klare Worte, da kann auch noch so viel Weigerung, Russland zu kritisieren, nichts daran ändern.

Man muss nicht einfach alles russische kritisieren. Man muss überhaupt alles kritisieren. Sie glauben wohl, nur weil der Westen verzerrt über Russland berichtet, habe Russland eine weiße Weste. Nur weil sie eine Obsession zur Kritik an Russland unterstellen, fühlen Sie sich wohl von der Pflicht zum kritischen Abklopfen russischer Lügen Kritik entbunden?

Der größte Witz ist nun sicher der, dass Sie die russische Medienlandschaft als "freier" auszeichnen, als die westliche. Da werden Ihnen, abgesehen von einigen Verschwörungstheoretikern, Antiamerikanisten und Antisemiten wohl nicht viele zustimmen. ("einige" ist natürlich falsch - macht diese Bande doch mittlerweile ein recht große Fraktion aus)

Ja die Bilder sind echt. Solche Bilder sagen aber nichts darüber aus, wie das Abgebildete zustande kam. Und genau darum ging es mir.

-r

der unbequeme hat gesagt…

Ja ja, die Russen haben diese Häuser zerstört und die Menschen getötet...

Nur dumm, dass die Osseten es nicht bemerkt haben und allesamt zu Russland wollen..

Das meine ich: Hirn abschalten und drauflos anzweifeln. Und sich danach wie ein toller weiser Hecht vorkommen. So eine Art Fetischismus in Europa mittlerweile.

Anonym hat gesagt…

Ich habe nichts dergleichen gesagt.

vielleicht schauen Sie mal hier rein http://www.daserste.de/weltspiegel/beitrag_dyn~uid,64drsznejz79ojvi~cm.asp

Ich wundere mich schon, wie Sie sich in dem Irrglauben wohl fühlen, die vermeintliche Einseitigkeit des Westens könnten Sie durch Einseitigkeit für Russland heimzahlen. Einseitigkeit, die sich darin zeigt, dass Ihr "gegen Anti-Russland" nichts anderes als "blind für Russland" bedeutet, und dies wiederum nichts anderes als "Anti-Polen", "Anti-USA", "Anti-Georgien", "Anti-Merkel" usw.
Und demnächst dann, sobald der russische Bär weiter grollt und andere um seine Bärenhöhle anliegende Staaten in ihrer Existenz bedroht, wird es für Sie heißen: Anti-Ukraine, Anti-Baltikum, Anti-ichweißnichtwasnoch.

Sie betiteln Ihren Blog mit "Blog zur Analyse der Medienlügen über Russland". Ich sehe keine Analysen von irgendetwas. Ich sehe bloße "contra-Postings". Ich würde mich allerdings freuen, wenn Sie etwas differenzierter vorgehen würden! Ich stimme Ihnen nämlich durchaus zu, dass die Berichterstattung über Russland einer kritischen Analyse bedarf, da sie extrem einseitig und verzerrend ist.
(Nochmals sei betont, dass diese Einseitigkeit und Verzerrung noch lange nicht heißt, dass Russland der gute Junge ist.)

Einer Russland-Meldung aus unseren Medien ein "Stimmt nicht!" oder "So und so ist es wirklich!" entgegenzuhalten ist noch keine "kritische Analyse". (Und an einige der Kommentatoren hier: dumpfe antiamerikanische Ressentiments sind sowieso nichts wert).

Fangen Sie doch mal an, etwas detailierter vorzugehen. Legen Sie mal einige der problematischen Aspekte offen! Ich freue mich darauf.

Bruno hat gesagt…

Abgesehen davon, dass von unabhängigen Organisationen überhaupt keine Rede sein kann. Schon gar nicht von der UNO.

Russland macht es richtig und lässt am besten gar keine UNO- oder OSZE-Organisationen in Südossetien rein. Denn die würden die Opfer als Opfer Russlands darstellen, so wie man georgische Kampfflugzeuge als russische "identifizierte" und südossetische Zivilopfer als georgische.

Russland hat viele Gründe, der UNO nicht zu trauen. Ich wage es sogar zu behaupten, dass diese Organisation schon längst überfällig wurde. Nirgends wo UNO kam, ging es den Menschen besser. Ihr Elend verschlimmerte sich sogar vielerorts dort, wo UNO präsent war. Dass die UNO die Interessen der Menschen vor Ort vertritt, gehört in die Welt der Fabel.

UNO erinnert mich manchmal an die Band U2: überall wo die humanitär auftreten, bricht bald ein blutiger Konflikt aus.

Bruno hat gesagt…

Ich bin sehr gespannt zu hören, wie man der Einseitigkeit des Westens gegenüber treten sollte?

Beleidigt der Umstand, dass der kranke georgische Präsident täglich auf US-Amerikanischen und neuerdings auch auf deutschen Fernsehanstalten ungestört dozieren kann, nicht Ihre Intelligenz? Oder sind die ewigen falschen Fragen, die an ihn gestellt werden vielleicht doch nur das Produkt unserer aller Dummheit?

Wachen Sie auf! Bevor Sie von Russland oder russischen Medien Differenziertheit verlangen, sorgen Sie dafür, dass der Psychopath und Kriegstreiber aus Georgien von den TV-Bildschirmen verschwindet - und zwar für immer. Wenn Sie das nicht vermögen, dann spielen Sie keinen Diplomaten, denn Sie fallen damit zu eindeutig auf.

Anonym hat gesagt…

Ich glaube nicht, dass die Bezeichnung "Psychopath" hier angebracht ist. Das verrät allenfalls Ihre hochgekochte Emotionalität. Sie sollten also Ihr Mütchen kühlen, bevor Sie sich an komplexe Sachverhalte wie diese ranwagen.

Allerdings erlaubt mir dies einen Hinweis auf eine Differenz der westlichen und der russischen medialen Diskurse: Während sich russische Medien, nein sogar: russische Politiker, ungeniert solchen Vokabulars bedienen, sehe ich von solchen denunzierenden Obszönitäten in westlichen Medien gar nichts. Ja, in russichen Medien werden sogar von "Experten" pseudowissenschaftliche "Analysen" der Physiognomie Sakaschwilis angestellt. Da sollen dann seine Gesichtszüge verraten, dass er ein Völkermörder ist. Soetwas bekommt die russiche Bevölkerung von Ihren Führern und ihrer Verdummungsindustrie (Medien) serviert. Klingelt es bei Ihnen immer noch nicht?!

Anonym hat gesagt…

...im Übrigen: ich soll dafür sorgen, "dass der Psychopath und Kriegstreiber aus Georgien von den TV-Bildschirmen verschwindet - und zwar für immer"?
Glücklicherweise ist so etwas nicht möglich. Unsere Medien bestimmen wohl immer noch selbst, worüber sie berichten.
Ihre Forderung zeigt mir eher, dass Sie ein russisch geprägtes Verständnis medialer Öffentlichkeit hegen. Was nicht passt, wird mundtot gemacht, richtig? Nein Danke.

Aufgrund Ihrer Ausführungen ist mir nochmals besonders deutlich geworden, dass der Unterschied zwischen russischen und "westlichen" (oder besser: freien) Medienöffentlichkeiten nicht einfach nur darin besteht, worüber berichtet wird, oder wie sehr einseitig. Der Unterschied ist viel fundamentaler.

Bruno hat gesagt…

Wie die westlichen Medien und Politiker den Psychopath aus Georgien behandeln, ist der beste Beweis dafür, wie er und vor allem durch wen er an die Macht gekommen ist. Dass der russische Aussenminister Klartext redet und ihn einen Schosshund nennt, missfällt natürlich den Gönnern des Psychopathen aus Georgien - leuchtet auch ein warum. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass Saakaschwili nur eine Marionette ist - und zwar die schlimmste Marionette, die sich die USA jemals erlaubt haben. Wenn man aber bedenkt, wer in den USA im Weissen Haus sitzt und wer die Weltpolitik dort drüben macht, verwundert einen nicht die Wahl Saakaschwili.

Ich denke, hier gibt es keinen komplexen Sachverhalt, wie Sie ihn konstruieren wollen. Die Sache ist doch Glassklar: wenn der Westen wieder vernünftig mit Russland reden möchte, muss er diesen Psychopathen zumindest fallen lassen. Jeder noch so kleiner Versuch, Saakaschwili zu verteidigen oder ihn zu rechtfertigen, wird zu einer immer grösseren Beleidigung für Russland, die Führung dieses Landes und das russische Volk.

Bruno hat gesagt…

Der Unterschied besteht darin, dass wenn auf einem US-Amerikanischen Sender eine russische Familie zugunsten Russlands sprechen will, sie daran auf übelste Weise gehindert wird; wenn aber der kranke georgische Präsident sein Mund wieder einmal mit Schaum überdeckt und nichts als Propagandalügen verbreitet, unterbricht ihn dabei kein Mensch.

DAS ist der Unterschied. Doch, sobald Sie westliche Presse "frei" genannt haben, haben Sie selber das meiste über sich und Ihre Weltanschauung gesagt. Hoffen Sie darauf, dass bald so einer wie Saakaschwili ein westliches Land regiert.

Anonym hat gesagt…

Ich bemerke, dass Sie Ihre aufgekochte Emotionalität noch immer nicht heruntergekühlt haben. Schlafen Sie mal drüber, wir machen morgen weiter. Vielleicht.

Ansonsten kann ich nur sagen: Beleidigung des russischen Volkes usw., das ist jedenfalls mir zu archaisch. Wenn die nichts besseres zu tun haben, als auf ihr dumpfes Ehrgefühl zu achten, dann tun sie mir leid. Soetwas markiert allenfalls eine gewisse Zivilisationsstufe, die nicht die höchste ist. Das erklärt jedenfalls nur zu gut das ständig irrationale Handeln Russlands. Danke für den Tipp!

Bruno hat gesagt…

Tja, das macht den Unterschied zwischen den Russen und Westeuropäern oder US-Amerikanern. Ein Unterschied, den es lohnt, näher zu ergründen. Ihnen traue ich soviel Interesse an etwas anderem als an Ihresgleichen nicht zu. Dafür sind Sie offensichtlich viel zu selbstsicher und in ihrer "zivilisatorischen" Überlegenheit zu sehr befangen.

Anonym hat gesagt…

Für mich ist weniger erschreckend, daß Rußland (noch) nicht "lupenrein" demokratisch ist und daß die russischen Medien zum großen Teil gelenkt sind. Diese Tatsachen sind selbst für die Russen kein Geheimnis - das wird aber noch, man muß den Russen nur Zeit lassen, der demokratische Proßzeß dauert eben.
Viel schlimmer finde ich jedoch, daß sich der Westen nach dem Ossetien-Konflikt mit riesigen Schritten von den idealen demokratischen Verhältnissen entfernt. Nichts anderes stellt die einseitige und voreingenommene Berichterstattung in unseren Medien zu diesem Konflikt und das Verhalten unserer Politik dar. Es ist unfaßbar, wie vehement sich der Westen der Wahrheit über diesen Konflikt verschließt und sogar Tatsachen verdreht, indem die Angreifer zu Opfern erklärt werden!
Gez. guter Junge

Anonym hat gesagt…

Bestes Beispiel der freien weslichen Presse ist das gestrige Interview Putiins bei ARD. Announciert als komplettes Interview wurde nur ein Drittel davon und zwar mit schlechter Übersetzung gezeigt. Alle interessanten Kommentare Putins wurden ausgeschnitten. Alles, was der über Kosovo gesagt hat, über Geschehnisse im Südossetien, wo georgische Panzer über Kinder rollten, wo Frauen in Häuser gesteckt und verbrant wurden, wo Georgier beim Marschieren durch die Stadt Granaten in jeden Keller geworfen haben, wo sie noch Zivilisten vermuteten...

Symbolisch, dass gleich danach eine Sendung über amerikanische Wahl lief. 320 Minuten lang. Wo gerade Putin in seinem Interview gesagt hat: "Wenn Europa eigene Interesen vergisst und nur nach Befehl aus Washington handelt, werden wir gezwungen über europäische Angelegenheiten mit Washington zu sprechen". Diese Äusserung ist natürlich genau so zensuriert worden, wie viele Anderen.

der unbequeme hat gesagt…

Die beste Antwort Putins war, als er gefragt wurde, ob Russland keinen Wert auf sein Image lege. Putin sagte, dass seiner Meinung nach das Image eines Landes in den Augen der Menschen davon abhängt, wie entschlossen es für seine Interessen eintritt, wohingegen das Image von Ländern, die statt den eigenen fremde Interessen bedienen, gewöhnlich schlecht ist.

Der Reporter Thomas Roth schaute ziemlich dumm drein. So viel Freidenke und Geistesschärfe ist für einen dumpfen festgefahrenen "Mainstream"-Intellektuellen absolut überraschend.

Andreas Solf hat gesagt…

@ Unbequemer

Diese Frage - wenn sie denn so gestellt wurde - ist blöd. Die traue ich eigentlich einem der besten Journalisten Deutschlands (Thomas Roth) nicht zu. Aber lassen wir sie "einmal" zu.

Dann gäbe es zu sagen, dass Putins Antwort nun auch wieder nicht DER KNALLER ist, als die Sie sie bejubeln. In der Kategorie "beste Antwort Putins" wäre mir bestimmt nach etwas Nachdenken eine andere eingefallen. Insbesondere von Putin.

Wiedemauchsei: Nach der hauptsächlich anonym geführten Diskussion zu urteilen, sind wir beide wohl die wenigen, die das Video von Anfang bis Ende aufmerksam sahen.

Hierzu Folgendes:

1. Der Film insistiert immer wieder, die Georgier hätten alles nur veranstaltet, um die dort lebenden Menschen auszurotten. Dies seinem Gegner zu unterstellen, ist primitive Kriegspropaganda, keine Berichterstattung. Daran ändern auch die tränenreichen Zitate nichts.

2. Drei- oder viermal werden Raketenwerfer gezeigt, während im Video auf die Georgier geschimpft wird. Aber um sie so aufzunehmen wie dargestellt, müssen die Rampen auf russischer Seite stehen.

3. "Mirotworzy" (Friedensstifter) ist eine ziemlich witzige Bezeichnung für die russländischen Ordnungsgruppen in Georgien. So nennt der Cowboy seinen Colt.

4. Die Musik, die anfangs unterlegt ist, - WOW! Da will man doch am liebsten hin, um mitzmischen...

Journalismus ist etwas völlig anderes.

Aber es ist gut, dass Sie dieses Video ins Netz gestellt haben. Man kann so sehen, was russische Rezipienten jeden Tag vorgesetzt kriegen und braucht sich hierzulande nicht zu wundern. Auch nicht darüber, wie diese oder jene Meinung entsteht.

Anonym hat gesagt…

andreas solf, das sind vier sehr gute Punkte.

Anonym hat gesagt…

@Unbequemer:
Dass Putin einen sehr scharfen Verstand hat, wird wohl niemand leugnen.
Das hat aber noch keinen davon abgehalten, ein Verbrecher zu sein. Im Gegenteil, die größten Polit-Verbrecher in der Geschichte der Menschheit waren überdurchschnittlich intelligent.

Putin ist ein hochintelligenter Machtmensch. Der geborene Diktator. Leider.

Und allen, die Sakaschwili als Marionette bezeichnen, sollten sich mal vor Augen halten, dass wenn überhaupt jemand auf der Welt eine Marionette ist, dann Medwedew die Marionette Putins. Beissende Ironie, oder?

Bruno hat gesagt…

Mein lieber Anonymus,

Ich lebe lange genug im Westen, um die Gesellschaft, Kultur und örtliche Lebensweise zu kennen und zu verstehen. Ich spreche Ihre Sprache und unterhalte mich in ihr mit Ihnen. Ich informiere mich aus lokaler Presse. Ich las deutsche Dichter und setzte mich mit der westlichen Kulturgeschichte auseinander.

Waren Sie jemals in Russland? Haben Sie je mit einem Russen gesprochen? Haben Sie russische Bücher gelesen? Haben Sie sich jemals länger als eventuell für eine Urlaubswoche in Russland aufgehalten und versucht, die örtlichen Verhältnisse und Menschen dort kennenzulernen? Hätten Sie wenigstens die Worte Kutusows gelesen in Tolstois „Krieg und Frieden“, wüssten Sie schon einiges mehr über Russland und die Russen.

Was aber Sie, und viele andere „Russland-Kenner“ über Russland und die Russen zu kennen scheinen, entstammt einer Hysterie eines Polens, das seine geschichtliche Minderwertigkeitskomplexe nicht überwinden kann. Und aus der Propaganda der USA, denen Russland schon seit ihrer Staatsgründung 1776 ein Dorn im Auge ist. Das ist jammerschade und bringt Sie und andere „Russland-Kenner“ nicht weiter.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch - es ist keinesfalls meine Absicht, irgendjemanden dazu zu bringen, so zu denken wie ich. Gott bewahre. Ich möchte nur, dass einige Leute ehrlich sind und offen zu Russland sprechen. Ich möchte, dass sie offen sagen: Wir kennen euch nicht; nichtsdestotrotz verachten wir euere Kultur und euere Geschichte; und genau aus diesem Grund möchten wir euch beherrschen. Wenn sie so ehrlich wären, dann hätte Russland wenigstens Mitleid mit ihnen. Wenn sie aber sich anmassen, Russland zu kennen und darauf hinaus sind, Russland und die Russen nach ihren Vorstellungen und Erwartungen zu ändern, dann sind sie in den Augen vieler Russen nichts als Abschaum.

Verstehen Sie? Genau solch ein Abschaum wie Saakaschwili oder Kaczynski erteilen jetzt Russland Morallektionen und möchten es sanktionieren. Ein Polen avanciert zu treibenden Kraft einer neuen Antirussland-Hysterie. Ein Polen, das vor 400 Jahren den Kreml besetzte und Otrepjew als Herrscher Russlands einsetzte. So was vergessen die Russen auch nach 4000 Jahren nicht - niemals. Darin sollten Sie und andere sogenannte Russland-Kenner die Ursachen für die „Ängste“ Polens vor Russland suchen, nicht in einer imperialistischen Tendenz Russlands.

Bruno hat gesagt…

@Andreas Solf

Ich persönlich bin sehr dagegen, dass sich russische Kriegsberichterstattung auf das Niveau von amerikanischen oder allgemein westlichen begeht. Niemand kann die angeblich "getötete Babys" in Kuwaits Krankenhäusern von 1991 vergessen. Sie haben recht: spätestens seit damals kann man die Kriegsberichterstattung nicht als Journalismus bezeichnen. Hoffen wir, dass die russische Seite nicht der Versuchung erliegt und es sich zur Regel macht, immer nur das schlimmste aus dem Westen zu übernehmen. Coca-Cola und Big-Mac sind mehr als genug.

Anonym hat gesagt…

""Und allen, die Sakaschwili als Marionette bezeichnen, sollten sich mal vor Augen halten""

Na zur Marionette fehlt es dem kleinen Anwalt an Format. Sagen wir lieber Bushs ausser Kontrolle geratener? kleiner "Galstuk-Beisser"

bol`shje nje nado skasat` ;-)

der unbequeme hat gesagt…

An dieser Stelle wurden zwei anonyme Kommentare entfernt, die ohne einen kleinsten Thema-Bezug offenbar auf eine schlichte Verunglimpfung Russlands abzielten.

Diskussionsfremde Beiträge dieser Art werden auch künftig entfernt werden.

Anonym hat gesagt…

ah ja. Zensur. Auch hierbei sind sie also ganz russisch: was nicht gefällt wird platt gemacht, oder mundtot, oder mit unterschiedlichen Methoden zum Schweigen gebracht.

Während es weiterhin kein Problem ist, auf Ihrem "kritischen" Blog andere Länder, wie Polen, USA etc. oder Personen wie Sakaschwili ("Psychopath") oder Merkel zu verunglimpfen.

Das ist widerlich, was Sie jetzt anfangen. Was nicht passt wird zum Schweigen gebracht. Wi-der-lich.

Anonym hat gesagt…

Oha, Sie entfernen Beiträge?

Leute wie Sie sind die größte Gefahr für die Demokratie. Das ist jedenfalls meine Meinung.

Ihr Demokratieverständnis haben Sie wohl eher in Russland gelernt. Gelenkte Demokratur, hm?

Der Vorposter hat Recht. Beiträge zu zensieren, das ist sehr dumm.
Sie nehmen uns die Möglichkeit, selbst zu entscheiden. Ganz so wie es das russische Regime mit seiner Bevölkerung und den umgebenden Ländern versucht.

andreas solf hat gesagt…

Quatsch.

Was ich dem Unbequemen immer wieder zugute halte, ist, dass er jede Diskussion zulässt. Und was ich hier bereits an gegenteiligen Meinungen in Form und Inhalt las, lässt mich ahnen, wie schlimm das gewesen sein muss, was er entfernte.

Mit Zensur hat das nichts zu tun.

Anonym hat gesagt…

Das ARD-Interview mit Putin vom 29.08.2008 (unzensiert):

http://putin-ard.blogspot.com/

Anonym hat gesagt…

Ich hätte schon gerne gewusst, was das war.

Anonym hat gesagt…

Ich wette, es ist egal, was die OSZE für "Verfehlungen" der Georgier bei diesem Konflikt feststellen werden, die verblendeten Rußland-Hasser werden die Schuld bei den Russen sehen. Na ja, liegt vermutlich daran, daß die Besiegten ihre Niederlage niemals dem Sieger verzeihen, auch nach 63 Jahren nicht. Wer uns mal verhauen hat, muß ein Verbrecher sein, für alle Zeiten.
Gez. böser Junge

Anonym hat gesagt…

Die Beiträge die "der Unbequeme" entfernt hat, waren zwei russlandkritische Artikel über die russische Armee und über die wirtschaftliche Lage in Russland. Anscheinend kann er die Wahrheit einfach nicht ertragen. Typisch Russe halt.

Anonym hat gesagt…

A ja, wenn jemand die "Wahrheit" nicht verträgt, muß derjenige also ein Russe sein! Was ist das denn für eine (flache) Logik? Demnach muß die gesamte westliche Medien-Welt von Russen durchsetzt sein - diese Medien-Welt verträgt nämlich die Wahrheit über den Ossetien-Krieg auch nicht.
Und auch wenn der Unbequeme tatsächlich ein Russe ist, was ist denn schon dabei. Was zählt, sind die Inhalte, die er hier einstellt. Ich bin auch pro-russisch eingestellt und wäre gern ein Russe. Bitte, liebe Bild-Leser, nicht gleich losschreien, ich solle doch nach Rußland zu meinen "Russen-Freunden" auswandern. Überlegt euch ggf. brauchbare Argumentation als Antwort auf meinen Kommentar.
Danke + Gruß
Gez. sehr böser Junge

Anonym hat gesagt…

""waren zwei russlandkritische Artikel ""

nein was der Unbequeme entfernt hat war nur dumme Hetze.

@sehr böser Junge
wenn Du Russe werden willst, flieg auf die Krim, dort sollen ja neuesten Gerüchten zufolge Russische Pässe verteilt werden. lol

Anonym hat gesagt…

Danke für den Tip! Ein russischer Paß würde mich zwar zum russischen Staaatsbürger machen - was zählt ist allerdings die Volkszugehörigkeit. Man kann schlecht aus einem Deutschen durch Ausstellen eines Papiers einen Russen machen. Da erzähle ich sicherlich nix Neues...
Gez. s. b. Junge

Anonym hat gesagt…

"ich wäre gerne Russe"... prrrrussst, haha..

und ich wär gerne ne Frau. kicher.

Anonym hat gesagt…

sehr böser junge:
warum denn? die "Russen", die Putin - tschuldigung: Medjedew - mit seinen "Friedens"truppen in Georgien geschützt hat, waren aber auch keine Volksrussen, oder? Wie jetzt?!

Anonym hat gesagt…

In RU unterscheidet man zwischen der Staatsangehörigkeit und der Nationalität (=Volkszugehörigkeit). Ein russischer Staatsbürger kann eine beliebige Nationalität haben, d. h. er kann ein Russe, ein Ossete, ein Tchukscha, ein Weißrusse, ein Ukrainer usw. und sogar ein Deutscher sein. Beides, d. h. Staatsangehörigkeit UND Nationalität stehen im russischen Paß. Die Südosseten konnten also russische Staatsangehörigkeit annehmen, ohne ihre ossetische Nationalität aufzugeben. Alles klar? Sonst einfach fragen! :o)

Gez. b. Junge

Anonym hat gesagt…

Ah, verstehe: Rassismus.

Und dem unterliegen also auch Sie? Pfui.

Anonym hat gesagt…

""Ah, verstehe: Rassismus.""

Das bezweifle ich, dazu müssten Sie zunächst verstehen, das Russland ein Vielvölkerstaat ist. Wo ist das Problem wenn im Pass die Volkszugehörigkeit vermerkt ist?

Sehen Sie sich einmal amerikanische NEWS an, dann wissen Sie was Rassismus ist.

der unbequeme hat gesagt…

Im russischen Pass ist keine ethnische Zugehörigkeit mehr aufgeführt, wie das noch im sowjetischen Pass der Fall war (die berüchtigte 5. Zeile).

Nur einmal in mehreren Jahren gibt es eine Volkszählung, wo jeder freiwillig seine ethnische Zugehörigkeit angeben kann. Dabei kann er reinschreiben, was er will, wie er sich fühlt. Bei der letzten Volkszählung 2002 gab es denn auch mehrere Hundert Hobbits, Elfen oder Inkas.

Anonym hat gesagt…

Mein lieber Herr anonym, Rassismus ist gerade auch in dem, was Sie "Vielvölkerstaaten" nennen ein Problem.

Wo das Problem ist, wenn im Ausweis die Rasse (oder wie Sie es nennen mögen: das Volk) angegeben ist? Denken Sie mal etwas nach, vielleicht kommen Sie drauf. Dann können Sie mir auch gleich erklären, wo dabei der Vorteil wäre, welchen Zwecken das dienen mag.

@der unbequeme: genau wie in den USA...

-rector

Anonym hat gesagt…

""Mein lieber Herr anonym, Rassismus ist gerade auch in dem, was Sie "Vielvölkerstaaten" nennen ein Problem.""

Blödsinn, da wo ich in RF gelebt habe war es kein Problem, dort gab es Burjaten, Jakuten, Ewenen, sogar Ukrainer u. alle verstehen sich als Russen. Da gab es nie Stress.

Anonym hat gesagt…

Sie lügen einfach nur.

Die ethnischen Spannungen in Russland selbst sind enorm. Das ist bekannt. Das kenne ich aus eigener Anschauung.

Anonym hat gesagt…

Hallo der Unbequeme!
Es möglich, die Beiträge im Blog chronologisch zu numerieren? Dies würde die Kommunikation deutlich erleichtern, da viele hier, wie ich auch, anonym auftreten und es daher nur schwierig ist, den Bezug auf die einzelnen Beiträge herzustellen.
Gruß
braves Mädchen

anna hat gesagt…

"Sie lügen einfach nur.
Die ethnischen Spannungen in Russland selbst sind enorm. Das ist bekannt. Das kenne ich aus eigener Anschauung.
4. September 2008 07:47"

Ich würde Sie sehr gerne fragen, wo Sie diese "eigene Anschauung" gemacht haben?

Anonym hat gesagt…

http://ep-news.livejournal.com/45700.html